Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1811) Von den landwirthschaftlichen Verhältnissen (Fortsetzung) : Agronomie, oder die Lehre von den Bestandtheile, physischen Eigenschaften, der Beurtheilung und Werthschätzung des Bodens : Agrikultur
Entstehung
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faulenden Theilen kommt.

Der Mergel.

Meinungen über

den Mergel.

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Miineraliſche Duͤngungsmittel

auch andere duͤngende Theile in ſich begreift. Von dem Marmorſtaube aus den Werkſtaͤtten der Steinhauer hat man ſehr gute Wirkung geſehen. 4 Selbſt der alte Moͤrtel ſcheint ſich mit der Zeit aufzuldſen, wenn er in Verbindung mit

Wirkung, aber erſt nach einigen Jahren.. §. 62.

Der Mergel beſteht aus Thon und kohlenſaurem Kalk, wie wir wiſſen, in ſehr berſchie⸗

denen Verhaͤltniſſen, aber innig mit einander vermiſcht, ſoll er anders den Namen Nergel verdienen. phyſiſch durch den Thon, indem er die Konſiſtenz des loſen Bodens dadurch verbeſert, und zwar auf eine beſtaͤndig nachhaltende Weiſe, und chemiſch durch den Kalk oder eigentlich duͤn⸗ gend, welche Wirkung ſich aber nach und nach vermindert, und endlich ganz verliert. Dieſe beiden Wirkungen muͤſſen wir wohl unterſcheiden. Er thut mehr die eine oder die andere, je nachdem der Thon oder der Kalk in ihm uͤberwiegt. Um die erſtere merklich durch den thoni⸗ gen Mergel zu erreichen, muß er natuͤrlich weit ſtaͤrker aufgefahren werden, wie der kalkige Mergel, von dem man nur die letztere erwartet, und jene phyſiſche nachhaltende Verbeſſerung findet auch nur auf demjenigen Boden ſtatt, welcher deren bedarf; wogegen einem ohnehin zu thonigen Boden das Auffahren des Thonmergels, wenigſtens nachdem die Wirkung des Kalkes voruͤber iſt, nur nachtheilig werden koͤnnte.

Durch die innige Mengung der beiden Beſtandtheile hat der Mergel den großen Vorzug vor dem bloßen Thon oder Lehm, und vor dem kohlenſauren Kalk, oder etwa vor einer kuͤnſt⸗ lichen Vermengung beider, daß er ſich von ſelbſt vollkommen zertheilt, in das feinſte Pulber zerfaͤllt, und ſich in den kleinſten Partikeln mit der Ackerkrume vermengen laͤßt. 3 1 5. 63.

Der Nutzen des Mergels iſt ſchon in uralten Zeiten bekannt geweſen, und er iſt hier und da, wo einige Betriebſamkeit im Ackerbau herrſcht, immer aufgefahren worden. Daß ſich ſein Gebrauch nicht mehr verbreitete, lag wohl hauptſaͤchlich an der Unkenntniß ſeiner Ratur. Man verband den Begriff des Mergels immer nur mit einem Mineral von einer gewiſſen in die Sinne fallenden Beſchaffenheit. Da nun der Mergel ſo mannigfaltige Geſtalten und Farben hat, ſo erkannte Niemand den Mergel, der anders ausſah, als die ihm bekannte Art. So

ließ der große Friedrich der die geſundeſten und richtigſten Begriffe vom Ackerbau hat⸗

te, aber endlich durch den geringen Erfolg, den ſeine Anordnungen, weil man ſie mißverſiand, hatten, davon abgeſchreckt wurde in den ſechziger Jahren viele Mergelgraͤber kommen, wel⸗ che die ſaͤmmtlichen Marken durchreiſen, und nach Mergel ſuchen mußten, erhielt aber von al⸗ len Orten her den Bericht, daß, der ſorgfaͤltigſten Unterſuchung ungeachtet, nirgends Mergel

aufzufinden ſey; und dennoch liegt in den Marken der Mergel im groͤßten Ueberfuſe, und

zwar gerade von einer ſolchen Beſchaffenheit, wie ſie dem groͤßern Theile des Bodens am ange⸗ meſſenſten iſt. Das Vorurtheil, daß hier kein Mergel zu finden ſey, war ſo eingewurzelt, daß man mich beinah verſpottete, wie ich anfangs vom Mergeln ſprach. Dieſe aus gebirgig⸗ ten Orten hergekommenen Mergelgraͤber kannten vermuthlich nur den ſteinigen Mergel, der ſich freilich nicht anders als in gebirgigten Gegenden findet. In andern Gegenden kannte man nur den weißen Mergelkalk, welcher ſich nicht leicht anders als in Niederungen und ingwenig maͤchtigen Lagern findet. Der lehmige Mergel, welcher in den Ebenen am meiſten ene

Er thut wenigſtens, auf Wieſen gebracht, eine ſehr auffallende

Mittelſt dieſer Beſtandtheile wirkt er als Duͤngungsmittel auf eine doppelte Weiſe:

iſt, war faſt allgemein verkannt, und wo der Zufall deſſen Nutzen gelehrt hatte, wie in der

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