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Mineraliſche Duͤngungsmittel. 179 §. 59.
Die Anwendbarkeit der Kalkduͤngung haͤngt hauptſaͤchlich von den Koſten ab, wofuͤr man ſie haben kann, und dieſe ſind der Lokalitaͤt nach ſehr verſchieden. Wenn man 48 Metzen Kalk, ſoviel als im Durchſchnitt auf 1 Jochart urbares Ackerland gehoͤren, fuͤr 30 bis 40 Fl. auf den Acker bringen kann, ſo iſt es dieſer Ausgabe werth; beſonders in dem Falle, wo der Boden in guter Dungkraft ſteht, aber mit Unkraut ſo angefuͤllt iſt, daß die Ernten deshalb ſeiner Kraft nicht entſprechen, und unter der Vorausſetzung, daß man doch eine reine Brache halten will und muß. Hier wird ſich dieſe Auslage in kurzer Zeit wieder bezahlen. Es ver⸗ ſteht ſich, daß man ſtatt des Kalkes kein anderes in ſeiner Wirkung ihm gleichkommendes Duͤn⸗ gungsmittel, kalkreichen Mergel, Seifenſieder⸗ oder gute Torfaſche mit geringern Koſten ha⸗
Koſten der Kalk⸗
düngung.
ben koͤnne. Die Koſten einer Kalkduͤngung laſſen ſich nach der Lokalitaͤt von jedem leicht be⸗
rechnen.
Sie ſind da am geringſten, wo man einen Kalkſteinbruch in der Naͤhe hat, oder in Kalk⸗ ſteingeſchieben den Leſekalk in Menge findet, oder auch von dem ſogenannten Mergelkalk leicht Kalkziegel ſtreichen kann; wenn zugleich das Feuermaterial, Holz, Steinkohle und Torf, wohl⸗ feil iſt, und man ihn alſo leicht an Ort und Stelle brennen kann, ohne ihn weit anfahren zu laſſen. Bei einer weitern Anfuhr des rohen Kalkſteins muß man wohl erwaͤgen, daß er bei⸗ nahe doppelt ſo ſchwer iſt, als der gebrannte, und daß man alſo bei der Fuhre leicht ſo viel verliert, wie man durch das Selbſtbrennen gewinnt. Wenn gleich der reine Kalk auch zur Duͤn⸗ gung immer beſſer iſt, als der unreine, ſo kann man doch auch letztern dazu gebrauchen. Wenn
er nur nicht uͤber 15 Prozent Thonerde hat, ſo iſt er zum Brennen noch zu gebrauchen, und an
Sand kann er noch mehr halten. Mancher Kalkſtein iſt mit vielen metalliſchen Oxyden ver⸗ mengt, die ihn wegen der ſchmutzigen Farbe zum Moͤrtel verwerflich machen; zum Duͤnger bleibt er aber dennoch gut. Nur gegen den bittererdigen Kalk haben Tennant und nach ihm mehrere Englaͤnder gewarnt, und wollen von der kohlenſaͤurefreien Bittererde eine hoͤchſt nach⸗ theilige Wirkung auf die Vegetation bemerkt haben.
§. 60.
Ueber die Wirkung des gebrannten Kalks, auf Wieſen geſtreut, ſind die Meinungen eben⸗
falls getheilt. Ich kenne daruͤber keine genau angeſtellte und verſchiedentlich modifizirte Ver⸗ ſuche, aber ſo viel ſcheint mir aus den zerſtreuten Erfahrungen zu erhellen, daß man vorſichtig damit verfahren muͤſſe, und daß ein ſtarkes Aufbringen des aͤtzenden Kalks leicht gefaͤhrlich wer⸗ den koͤnne. Ein ſchwaches Ueberſtreuen ſoll dagegen auf trockenen Wieſen ſehr gute Wirkung, auf naſſen aber gar keine gethan haben, und man hat beſonders bemerkt, daß die Kleearten und Wicken ſtaͤrker dadurch hervorgelockt ſind. 8
Sehr kalkhaltige Gewaͤſſer thun durch Ueberſtauung und Ueberrieſelung den Wieſen vor⸗ zuͤgliche Dienſte, aber hier wird kohlenſaurer und dennoch fein zertheilter Kalk niederge⸗ ſchlagen. 7.—
§. 61. 2
Der ungebrannte Kalk iſt allerdings auch wirkſam; aber theils iſt ſeine Wirkung nicht ſo groß, wie die vom gebrannten, und er muß in groͤßerer Menge aufgebracht werden, wenn er etmas leiſten ſoll; theils iſt es ſehr ſchwer, ihn ſo fein zu puͤlvern, als noͤthig iſt. Er koͤmmt deshalb faſt nur zufaͤllig und als Abfall in Gebrauch. Der Abkehrigt von Kalkſtein⸗ Chauſſeen wird mit ſehr großem Nutzen auf die anliegenden Aecker gebracht, der dann freilich
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Wirkung des alks auf Wieſen.
Ungebrannter Kalk.


