Teil eines Werkes 
Zweyter Theil, zweyte Abtheilung (1825)
Entstehung
Seite
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Alle angewandte Mittel, als: Aderläſſe, Schweißbäder bis zu einem ſehr hohen Wärmegrad, ſtärkende, erweichende Klyſtiere, Einreibungen mit Kampher und Seife, die im warmen, ſehr ſtar ken Branntwein aufgelöſet wurde, Frottirungen, Laxanzen, er⸗ weichende künſtliche Tropf-und andere Bäder, haben dieſe drey Thiere nicht zu retten vermocht, und ſie ſind den achten bis neun ten Tag umgeſtanden.

Bey Offnung derſelben konnte man keinen beſondern Krank⸗ heitszuſtand finden, als daß die Seiten durch das Liegen ange⸗ griffen waren.

Noch iſt mir eine andere merkwürdige Art von Krankheit bey einem Lamm hier vorgekommen. Dieſes bekam geſchwollene Füße. Ich ließ ihm dieſelben mit Eſſig und Lehm einſchmieren, und es warm über Nacht im Stalle halten, worauf ſich dieſe Krankheit plötzlich gehoben hatte. Den folgenden Tag war die Wolle des Thieres in kleinen Sectionen feſt zuſammen geklebt, bey deren Auseinan⸗ dertrennung ein weißer Stoff, einem getrockneten Eiter ähnlich, zum Vorſchein kam, welcher wahrſcheinlich eine getrocknete krank hafte Ausdünſtung war. Viele dieſer kleinen Knötchen fielen dem Lamm nach mehrern Tagen von ſelbſt in dem Verhältniß aus, als ſich ſeine Geſundheit gebeſſert und die Kräfte zugenommen hatten. Andere Knötchen blieben jedoch feſt, und es bildete ſich eine Gat tung von trockenen Geſchwüren daraus, womit das Thier lebens länglich behaftet blieb. Es fraß beſtändig und ununterbrochen mit dem geſundeſten Appetit.

Es iſt höchſt wahrſcheinlich, daß ſich dieſe Fußkrankheit plötz⸗ lich auf die äußern Theile geworfen hat. Zuletzt vermehrten ſich dieſe trockenen Geſchwüre wieder ſo ſehr, und es wurde damit ſo ſtark überhäuft, daß man ſolches nicht mehr ſcheren konnte, worauf es in einem Alter von 19 Monathen eingegangen iſt.

Von den geſchwollenen Füßen der Lämmer.

187. Rühren dieſe von der Waſſerſucht her, als einer Folge von ſchlechtem, ungeſunden Heu oder derley Sommerweide ihrer Müt⸗