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7. Güterbeſitzern, deren Schäfereyen ſich in Gebirgen, ent— fernt von Landſtraßen und gewöhnlichen Viehtrieben, befinden, und welche auch keine Gemeinſchaft mit fremdem oder unterthäni⸗ gem Vieh haben, die Pocken⸗Impfung nicht geradezu anzurathen. Denn warum ſollten ſie eine künſtliche Krankheit einheimiſch ma⸗ chen, die ſie ſeit undenklichen Zeiten nicht kennen? Wo aber die Gemeinſchaft nicht zu vermeiden iſt, wo Tauſende von Schafen aus andern Ländern, vielleicht ſchon angeſteckt, durchgetrieben werden, da iſt natürlich das geringere Ubel dem größern vorzu⸗ ziehen*).
Eine neue, in den gräflich Carl von Eſterhaziſchen Schäfe⸗ reyen zu Acs in Ungarn gemachte, und darin beſtehende Erfah— rung, daß man mit dem aus einer reifen Blatter, wenn ſie mit einer Nadel an mehrern Puncten aufgeſtochen wird, hervorquel⸗ lenden Blute eben ſo gut, wie mit der durchſichtigen und wäſ— ſericht⸗-weißen Materie impfen kann, wird hoffentlich auch die Ver⸗
Inſtitute, Georgikon genannt, zu Keßthely bey Sr. Excellenz dem Hrn. Grafen Feſteties von Tolna, zu geſchehen pflegt, dadurch verſchafft, daß man von fünfzehn zu fünfzehn Tagen durch etliche Impflinge ſeinen Bedarf für eine Jahresfriſt deckt.
*) Meine Thereſienfelder Schäfereyen beurkunden in Bezug auf die Blattern für Naturforſcher eine merkwürdige Erſcheinung, die aus der Localität hervorgehen mag. Obgleich jährlich mehr als 100,000 Stück Schafe aus Ungarn durch Thereſienfeld nach Wien ꝛc., großen Theils Schlachtvieh, durchgetrieben werden, und darunter oft ganze Herden von den Pocken inſicirt ſind: ſo iſt doch noch kein Beyſpiel bekannt, daß je ein Schaf hier, weder bey mir, noch bey der Gemeinde geblattert hätte! Blatternde Schafe, welche unter die hieſigen Schafherden kommen, ſtecken dieſe nicht nur nicht an, ſondern dieſe Krankheit curirt ſich von ſelbſt auf der Stelle.


