Teil eines Werkes 
Zweyter Theil, zweyte Abtheilung (1825)
Entstehung
Seite
XII
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XII der Luft, und die damit verbundene Schwängerung des Blutes mit Sauerſtoff, welche gleich nach der Geburt der Säugethiere anheben, ſind zur Unterhaltung des Lebens durchaus nothwen⸗ dig, und hören erſt mit dem Tode auf. Ruhig liegende, geſunde Schafe athmen gegen 20 Mahl in einer Minute.

Wenn der Milchſaft dem Blute in der Hohlader zuge⸗ führt, und aus dieſer in der erſten Abtheilung des Herzens angelangt iſt, ſo wird dieſe Vermiſchung durch die Lungen⸗ ſchlagader, die ſich ebenfalls, wie die Luftröhre, in im⸗ mer kleinere Aſte in der Lunge vertheilt, wovon ein Theil der Endigungen mit den Luftröhren⸗Üſten in Verbindung ſteht, in dieſe Gefäße hineingepreßt. Aus dieſen Endigungen wird ein Saft in die Luftröhrengefäße abgeſondert, welcher die⸗ ſelben feucht und ſchlüpfrig erhält. Dieſe Gefäße werden die Ausführungsgefäße genannt. Zugleich finden ſich in den Luft⸗ röhren die Endigungen der Lungenblutader; dieſe ſaugen nicht allein die überflüſſige Feuchtigkeit aus den Luftröhren⸗ Aſten, ſondern zugleich den mit der Luft in die Lunge ge⸗ brachten Sauerſtoff ein, welcher ſich hier mit dem Blute vermiſcht, und demſelben ſeine ihm eigenthümliche Beſchaf⸗ fenheit gibt. Hat das Blut auf dieſe Art ſeine natürliche Ei⸗ genſchaft erhalten, ſo wird es durch die Lungenblutader in die zweyte Abtheilung des Herzens zurückgeführt, und aus dieſer durch die Pulsadern dem ganzen Körper mitgetheilt. Durch den Sauerſtoff, welcher in der Lunge dem im Blute befindlichen Milchſaft, deſſen Hauptbeſtandtheil Kohlenſtoff iſt, beygemiſcht wird, erhält dieſer auch die rothe Farbe, welche dasſelbe bey ſeiner Erſcheinung zeigt.

Das Blut iſt diejenige Flüſſigkeit im thieriſchen Körper, welche die veränderten und verähnlichten(aſſimi⸗ lirten) Nahrungsſtoffe enthält, und durch ſeinen Kreislauf

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