Druckschrift 
Das Ganze der Schafzucht in Hinsicht auf unser deutsches Klima, und der angrenzenden Länder, insbesondere von der Pflege, Wartung und den Eigenschaften der Merinos und ihrer Wolle : ein vollständiges, alles umfassendes praktisches Handbuch für Guts- und Schäferey-Besitzer, Beamte, und Schäfer / von Bernhard Petri
Entstehung
Einzelbild herunterladen

§. 640. Vom Aderlaſſen. ker olt

Das Aderlaſſen geſchieht gewöhnlich an der Stirn, 19 über und unter den Augen, am Hals, am Arm, am ſo m Schwanz, über der Kniekehle, am Fuße und auf der nicht Kinnbacke.

Die gewöhnliche und allgemeinſte Methode iſt die 1 bey dem Auge, wenn man aber mehr Blut laſſen will; es net ſo öffnet man gewöhnlich die Halsader. Schahe

Obgleich das Aderlaſſen das Thier ſehr ſchwächt; meht 8 ſo iſt es doch in Krankheiten, wo Vollblütigkeit zu Grunde ſetzt liegt, öfters nöthig; ſo daß es z. B. bey dem Schlag⸗ ul fluß, dem Taumeln und bey den meiſten hitzigen Krank⸗ ten uih heiten, und oft auch bey trächtigen Mutterſchafen ein durchn

unumgänglich nothwendiges Hülfsmittel, aber auf jeden gen Ci Fall immer nur mit größter Vorſicht anzuwenden iſt. ſtärke d⸗

Sind die Mutterſchafe zu kräftig und vollblütig, lunoſs⸗ ſo dringt das Blut zu heftig an die Gefäße der Gebähr⸗ wirdu⸗ mutter, und verurſacht die Ablöſung der Placentä, Viel worauf das Schaf verlammt. Reghe

In dieſem Fall iſt eine Aderlaß jedoch mit größter ſtung Vorſicht nothwendig, dann wird das Schaf zu ſehr ge⸗ und te ſchwächt, ſo liefert es nicht genug Blut zur Ernährung unten

des Fötus, die Placentä lößen ſich dann von dem

Grunde der Gebährmutter los, und das Lamm wird 1

vor ſeiner gehörigen Ausbildung geboren. nichtn

I Man muß daher beym Aderlaſſen nächſt der Krank⸗ 4 Eſſi heit, die Leibesconſtitution, den übrigen Geſundheitszu⸗ mach ö da

AAA