478 Kräuter gekocht wurden, den Fürfall zu erweichen, oder auch ſtatt dieſem erwärmtes Leinöhl zu gebrauchen, und ihn dann mit Behutſamkeit in ſeine natürliche Lage zu bringen. Oft tritt der Fall ein, daß der Fürfall gleich wieder hervortritt, in dieſem Falle heftet man dem Schaf die Geburts⸗ Lefzen ſolchergeſtalt leicht zuſammen, daß ſie ſich nicht ſo weit eröffnen können, um der Ge⸗ bährmutter den Austritt zu geſtatten, aber bey dem Uriniren keine Hinderniſſe machen.
Da dieſes Übel von einer abſoluten Schwäche her⸗ rührt, ſo fahre man fort dem Schafe ſo lange Umſchlä⸗ ge von warmem Wein, worin bittere Kräuter geſotten worden ſind, zu geben, bis ſich die Gebährmutter ganz hineingezogen hat.
§. 633. Vom Ausſatze oder Grinde.
Dieſe Krankheit iſt als eine wahrſcheinliche Folge von naſſer ungeſunder Weide, und verſchlemmter Win⸗ terfütterung zu betrachten, und wird auch innerlich wie die Egelkrankheit behandelt, äußerlich waſcht man die Haut mit ſtarker Aſchenlauge, Salzlacke, oder wenn es hartnäckig iſt mit Queckſilberſalbe. Sie iſt durch die Abſetzung einer ſcharfen Materie an dem Wiederrüſt, an den Schultern, und am Kreutze zu erkennen, die Ju—⸗
cken, Wunden in der Haut und Wolleverluſt verurſacht.
§. 634. Von dem äußerlichen Mundausſchlag der Lämmer. Die Lämmer bekommen oft einen grindartigen Ausſchlag am Maul, welcher daher rühret, wenn ſich
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