700 Statiſtiſche Notizen.
eingefuͤhrt worden. So findet man eiſerne Schwingpfluͤge, die von 2 Pferden gezogen und von einem APfluͤger geleitet werden, jetzt ſehr haͤufig. Auch wird das Land reiner gehalten, als ſonſt, viel Kalk als Duͤnger angewendet, dem Futterbau mehr Aufmerkſamkeit geſchenkt, und der Weizenbau mit Eifer betrieben. Letzterer hat ſich in dieſen wenigen Jahren mehr als verdoppelt, die Production des Hafers aber etwas vermindert. Auch die Ausfuhr von Butter und Speck hat gewonnen. Waterford haͤlt man jetzt fuͤr den erſten Hafen Irlands und einen der erſten Europas hinſichtlich der Ausfuhr roher Producte. Die durchſchnittliche Landrente betraͤgt 12 Schilling 6 Pence vom Acker. Die Mineralien ſind: Kupfer, Eiſen ꝛc. Manu⸗ facturen unbedeutend. Die Hauptfluͤſſe ſind: Blackwater, Suir und Bride. Die vorzuͤglichſten Staͤdte: Waterford 28821 E.; Dungarvan 6527 E.; Lismore 2894 E. Die Beroͤlkerung der Grafſchaft belief ſich 1831 auf 177054 Seelen.
6) Clare, am atlantiſchen Meere gelegen, enthaͤlt 802352 Acker, von denen 259584 Gebirge und Suͤmpfe und 18655 Waſſer ſind. Das Pflugland iſt meiſt leicht, aber ſehr fruchtbar. Die Nie⸗ derungen, bekannt unter dem Namen„Corcaſſes“, am Shannon und Fergus ſind wegen des Reichthums ihrer Weiden beruͤhmt, auf denen die groͤßten Ochſen fett gemacht werden koͤnnen. Das Beſitz— thum beſteht in großen Guͤtern. Eine ausgedehnte Flaͤche Landes wird als Weide benutzt. Die Ackerfarms ſind meiſtens klein, halten oft nur 1 bis 2 Acker, ſelten 40 bis 50 A. Das gemeinſchaftliche Pachten iſt nicht mehr ſo gemein, wie fruͤher, indem viele Eigen- thuͤmer das Verderbliche deſſelben eingeſehen und ſich demſelben wider— ſetzt haben. Hafer und Kartoffeln ſind die Hauptfruͤchte, aber auch Weizen und Gerſte werden jetzt haͤufig gebaut. Die Landwirthſchaft hat ſich etwas verbeſſert, aber befindet ſich im Ganzen noch immer in ſchlechtem Zuſtande. An vielen Orten duͤngt man das Land ent⸗ weder durch Raſenbrennen oder mit Miſt, und baut dann 1) Kar⸗ toffeln, 2) Kartoffeln, zuweilen auch 3) Kartoffeln und 4) Weizen; dann folgen wiederholte Haferernten, bis der Boden vollkommen er⸗ ſchoͤpft iſt. Hierauf bleibt das Land mehre Jahre hindurch faſt ganz unproductiv, indem es nichts als duͤrftig wachſendes Unkraut hervor⸗ bringt. Laͤngs der Kuͤſte wird viel Seegras und Seeſand als Duͤnger gebraucht. In den gebirgigen Theilen wird der Spaten vorzugsweiſe angewendet. Die durchſchnittliche Landrente betraͤgt 11 Schilling 3 Pence vom Acker. Die Gebaͤude ſind denen in den benachbarten Grafſchaften aͤhnlich. Kalk iſt im Ueberfluß vorhanden; auch Kohlen, Eiſen, Blei ꝛc. werden angetroffen, aber nicht ausgebreitet. Manu⸗ facturen gibt es faſt gar nicht. Die Hauptfluͤſſe ſind der Shannon und Fergus. Die Hauptſtadt Ennis hatte 7711, die ganze Graf⸗ ſchaft 258322 E. im Jahre 1831.
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