Teil eines Werkes 
2,2 (1840) Darstellung der Landwirthschaft Grossbritanniens in ihrem gegenwaertigen Zustande. 2,2
Entstehung
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Anhang. 699

farms im Ganzen klein. Das in den meiſten Grafſchaften Irlands aͤbliche Conackerſyſtem iſt in einigen Theilen dieſer Grafſchaft ſehr vorherrſchend. Darunter verſteht man den verderblichen Gebrauch der Landlords und großen Paͤchter, den Arbeitern oder Haͤuslern kleine Stuͤckchen Land auf ein Jahr zu uͤberlaſſen, um daſſelbe mit Kar⸗ toffeln ꝛc. zu bepflanzen. Gewoͤhnlich wird hierzu altes Grasland ausgegeben, das in der Regel durch Raſenbrennen in Kultur geſetzt wird. Der Pacht, der fuͤr ſolches Land gegeben wird, iſt ungeheuer, indem er von 7 bis 12 oder 13 Pfnd. St. vom Acker betraͤgt. In einigen Theilen haͤngt der Hauptunterhalt des Landvolks von dieſem Conacker ab; wo aber dieſer Gebrauch herrſcht, iſt auch nicht die kleinſte Verbeſſerung auszufuͤhren, und nur die außerordentliche Frucht⸗ barkeit des Bodens bewirkt, daß bei dieſem verderblichen Verfahren noch irgend etwas erzeugt wird. Weidewirthſchaft war von jeher die Hauptbeſchaͤftigung in Tipperary. Die einheimiſche iriſche langhoͤrnige Rindviehraſſe erreicht eine bedeutende Groͤße und wird in dieſer Graf ſchaft am vollkommenſten gefunden. Viele tauſend Stuͤck werden davon jaͤhrlich ausgefuͤhrt. Auch trifft man hier ſchoͤne Heerden lang⸗ wolliger Schaafe. Die durchſchnittliche Landrente betraͤgt 17 Schil⸗ ling 8 ½ Pence. Das Landvolk fuͤhlt ſich bedruͤckt und iſt in einem aufgeregten Zuſtande. Wollene Tuͤcher werden viel verfertigt, vor⸗ nehmlich in Carrick, und an Kupfer, Blei, Kohlen, Schiefer ꝛc. iſt Tipperary reich. Außer dem Shannon iſt noch der Suir ein Haupt⸗ fluß. Die vorzuͤglichſten Staͤdte ſind: Clomnel 15134 E.; Carrick⸗ on-Suir 9226 E.; Nenagh 8466 E.; Thurles 7084 E.; Caſhel 6961 E.; Tipperary 6972 E. Die Bevoͤlkerung der Grafſchaft be lief ſich 1831 auf 402563 Seelen.

5) Waterford, am St. Georges Kanal gelegen, enthaͤlt 471281 Acker, wovon 118034 unangebaute Gebirge und Suͤmpfe ſind. Obgleich im Allgemeinen gering, gibt es doch eine große Strecke ſehr ſchoͤnen Landes in dieſer Grafſchaft, vorzuͤglich in dem ſuͤdoͤſt lichen Viertel und das Gebirg liefert ſchoͤne Weiden fuͤr das Rind vieh. Die Beſitzungen ſind meiſtentheils ſehr groß. Waterford beſitzt die ausgedehnteſten Milchwirthſchaften unter allen Grafſchaften Ir⸗ lands. Als Arthur Young ſie beſuchte, war kaum der dreißigſte Theil des Grund und Bodens unter dem Pfluge. Das Pflugland hat ſich jedoch ſeitdem ſehr vermehrt, beſonders durch die verderbliche Theilung der Farms. Wenn in dieſer Grafſchaft die aͤlteſte Tochter eines Far⸗ mers heirathet, theilt der Vater, anſtatt ihr nur einen Theil abzu⸗ treten, ſeinen Farm zwiſchen ſich und dem Schwiegerſohne; die naͤchſte Tochter erhaͤlt die Haͤlfte des uͤbriggebliebenen, und ſo geht dieſe Thei⸗ lung fort. Den Soͤhnen wird es uͤberlaſſen, ſich ſelbſt durchzuhelfen. Einige der Molkereifarms befinden ſich in leidlichen Umſtaͤnden, aber die Lage der Ackerfarmer und Haͤusler iſt ſo klaͤglich, wie irgendwo. Einige ſehr weſentliche Verbeſſerungen find in den letzten 15 Jahren