Teil eines Werkes 
2,2 (1840) Darstellung der Landwirthschaft Grossbritanniens in ihrem gegenwaertigen Zustande. 2,2
Entstehung
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Anhang. 701

III. ulſter.

1) Cavan, eine Binnengrafſchaft, enthaͤlt 473449 Acker, von denen 30000 unangebaute Gebirge und Suͤmpfe, und 21987 Waſſer ſind. Die Oberflaͤche iſt huͤgelig, der Boden meiſtens arm. Es gibt hier nur zweei große Beſitzungen, die uͤbrigen ſind von maͤßiger Groͤße. Ungefaͤhr vier Fuͤnftheile des Landes befinden ſich unter dem Pfluge. Die Pachtſtellen ſind klein, indem ſie im Durchſchnitte nicht 9 Acker uͤberſteigen, und der Ackerbau iſt faſt in aller Hinſicht ſchlecht. Vor noch nicht langer Zeit verhielt ſich die Menge des erbauten Hafers zu der anderen Koͤrnerfruͤchte wie 70 zu 1. Dieſes Verhaͤltniß hat ſich jedoch jetzt anders geſtellt. Flachs folgt gewoͤhnlich den Kartoffeln und nach dieſem wiederholen ſich Haferernten ſo haͤufig, wie in Clare, bis das Land voͤllig erſchoͤpft iſt. Weizen wird wenig und nur von ſehr geringer Guͤte gebaut. Ein großer Theil der Arbeit geſchieht vermit⸗ telſt des Spatens. Schweine und Ziegen werden von den Haͤuslern viel gehalten; erſtere, um durch deren Verkauf das noͤthige Geld zur Rente zu loͤſen, letztere zur Milchnutzung. Die Lage der Haͤusler und kleinen Paͤchter iſt eben ſo traurig, wie in Meath. Die Land⸗ rente betraͤgt im Durchſchnitte 13 Schilling 7 ½ Pence vom Acker. Die Leinenmanufactur iſt weit uͤber die Grafſchaft verbreitet. Die vorhandenen Mineralien kennt man kaum. Die Hauptfluͤſſe ſind: Shannon, Erne, Woodford, Annalee ꝛc. 1831 hatte Cavan, die Hauptſtadt 2931, die ganze Grafſchaft 227933 E.

2) Fermanagh, eine Binnengrafſchaft, enthaͤlt 471348 Acker, von denen 101952 unangebaute Suͤmpfe und Gebirge, und 48977 Waſſer ſind. Die Oberflaͤche iſt verſchidden und an maleriſchen Schoͤnheiten reich. Der Lough Erne bildet eine ſchoͤne Waſſerflaͤche. Dieſe Grafſchaft iſt beſſer bewaldet als die meiſten andern Irlands. Der Boden iſt ziemlich fruchtbar. Die Beſitzungen ſind meiſtens groß. Farms gibt es von ſehr verſchiedenen Umfang; einige ſind groß, die meiſten aber klein. Auf den Hoͤhen wird viel Rindvieh gezogen. In dem noͤrdlichen Theile von Fermanagh hat der Ackerbau mehr Fortſchtitte gemacht, als in einem andern Theile von Ulſter; in den andern Gegenden der Grafſchaft iſt er aber noch weit zuruͤck. Vor noch nicht viel Jahren waren die Landleute gewoͤhnt, ihren Pflug an die Schwaͤnze der Pferde zu ſpannen. Hafer, Gerſte, Weizen, Flachs und Kartoffeln ſind die Hauptfruͤchte. Die durchſchnittliche Landrente betraͤgt 12 Schilling 3 Pence vom Acker. Die Paͤchter ſtehen ſich hier etwas beſſer, als in andern Grafſchaften. Beſonders zeichnen ſich die Proteſtanten in dieſer Hinſicht vortheilhaft vor den Katholiken aus. Eiſenerz wird gefunden und die Leinenmanufactur ziemlich ſtark betrieben. Die Hauptſtadt Enniskillen hat 6116, die ganze Graf⸗ ſchaft 149763 E.