Teil eines Werkes 
2,2 (1840) Darstellung der Landwirthschaft Grossbritanniens in ihrem gegenwaertigen Zustande. 2,2
Entstehung
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Von der Sommerſtallfuͤtterung des Rindviehs. 379

terungen dazu, gethan hatten, haben ſie wieder aufgegeben. Wir theilen dieſe uns unerklaͤrliche Erſcheinung redlich mit, da es der Wille der Geſellſchaft zur Verbreitung nuͤtzlicher Kenntniſſe nicht iſt, Jemand durch Ueberredung zu einem neuen Verfahren zu ver⸗ anlaſſen, ſie wuͤnſcht nur die Pruͤfung deſſelben durch ihre Em pfehlung zu bewirken; doch koͤnnen wir nicht unbemerkt laſſen, daß ſich die Sommerſtallfuͤtterung des Rindviehs, ſo weit wir ſie kennen lernten, ſtets ſehr vortheilhaft gezeigt hat, und ihrer all⸗ gemeineren Verbreitung hauptſaͤchlich Vorurtheile und Liebe zur Bequemlichkeit entgegenzuwirken ſcheinen.

Bei ihrer Ausfuͤhrung iſt vornehmlich darauf zu ſehen, daß das dazu beſtimmte Gruͤnfutter oftmals des Tages und ſtets nur in kleinen Gaben auf einmal vorgelegt werde, daß man das, was das Vieh etwa von einem Futter zuruͤcklaͤßt, ihm ſogleich weg nehme und anderweit verwende, daß der Uebergang vom trockenen zum gruͤnen Futter nur allmaͤhlig geſchehe, und daß man neben dieſem immer etwas Stroh mitfuͤttere, um das daraus entſtehende Abweichen zu verhuͤten. Das beſte Mittel dagegen ſollen jedoch, wie uns verſichert worden, die jungen Spitzen des gemeinen Hai dekrauts, unter das Futter bisweilen gemengt, abgeben.

Auch iſt es ſehr vortheilhaft, eine Abwechſelung in den ver ſchiedenen Futtergewaͤchſen eintreten zu laſſen. Dadurch wird der Appetit erhalten und das gleichmaͤßige Zunehmen der Thiere in ihrem Wachsthum am meiſten gefoͤrdert. Wuͤrden die verſchie denen Gruͤnfuttergewaͤchſe gehoͤrig kultivirt, ſo koͤnnte es das ganze Jahr hindurch niemals an ſaftigem Gruͤnfutter fehlen. Die von der Weide verſchonte Nachmahd, Raigras, Kohl, Winterwicken und Luzerne wuͤrden im zeitigen Fruͤhjahre, Klee, Sommerwicken, Esparſette und die ſpaͤteren Luzerneſchnitte im Sommer, die Nach⸗ mahd der Wieſen und Klee im Herbſt, Turnips, Runkeln und Kartoffeln im Winter fortwaͤhrend hinlaͤnglich Futter darbieten, um ſelbſt ohne Zuſatz von Heu das Vieh reichlich fuͤttern zu koͤnnen.

Fruͤh im Jahre, wenn Klee und Wicken noch nicht hinrei chend ſind zur Erhaltung des Viehs, oder man Bedenken traͤgt, einen ſchnellen Uebergang vom trockenen zum gruͤnen Futter vor⸗ zunehmen, iſt es vortheilhaft, einen Theil dieſes Gruͤnfutters mit Heu und Stroh zu mengen. Wird dieſe Mengung den Tag zu⸗ vor gemacht, ſo daß ſie eine Nacht ſteht, ſo erlangt das trockene Futter eine Weichheit und Friſche, durch die es dem Vieh weit angenehmer wird. Beſondere Aufmerkſamkeit iſt auch darauf zu