Von der Sommerſtallfuͤtterung des Rindviehs. 375
einen ſolchen Aufwand jedesmal reichlich. Vornehmlich den Land⸗ wirthen, die ſich mit der Auferziehung des jungen Viehs abgeben, iſt dringend anzurathen, denſelben nicht zu ſcheuen, denn bleibt dieſes durch zu kuͤmmerliche Ernaͤhrung im Winter in ſeinem Wachsthum ſitzen, ſo erlangt es ſpaͤter ſelbſt durch das reichlichſte Futter nicht nur ſeine volle Groͤße nicht, ſondern auch niemals die Faͤhigkeit, ſo ſchnell und ſo gutes Fleiſch aufzulegen, wie beſſer gehaltenes. Es geht daher durch eine ſolche uͤbelverſtandene Spar⸗ ſamkeit an Zeit und Fleiſchmaſſe verloren und dieſer doppelte Verluſt faͤllt dem Viehzuͤchter anheim. Es laͤßt ſich wohl als gewiß annehmen, daß bei der Auferziehung des Viehs um ſo mehr an Geld gewonnen werde, je mehr man Geld darauf ver⸗ wendet.
Dreiunddreißigſtes Kapitel.
Von der Sommerſtallfuͤtterung des Rindviehs.
Bei einer richtigen Wuͤrdigung des Bodens in den verſchiedenen Gegenden des Koͤnigreichs ergibt ſich, daß nur ein geringer Theil deſſelben reich und kraͤftig genug iſt, um ohne eine wenigſtens alle vier Jahre wiederkehrende Unterſtuͤtzung mit wirklich pflanzen⸗ naͤhrendem Duͤnger fortwaͤhrend ergiebige Ernten hervorbringen zu koͤnnen; aber ſo viel Duͤnger herbeizuſchaffen iſt, ausgenommen in der Naͤhe großer Staͤdte, fuͤr alle Landwirthe eine hoͤchſt ſchwie⸗ rige, manchmal kaum zu loͤſende und immer viel Nachdenken er⸗ heiſchende Aufgabe. Kalk, Mergel, Muſchelſand, Seifenſiederaſche und noch andere mineraliſche Dungmittel werden zwar mit zur Hilfe genommen; aber da ſie mehr anreizend und die im Boden ſchlummernden Kraͤfte weckend wirken, dieſen durchaus nicht be⸗ reichern, ſo hat ihre wiederholte Anwendung ohne gehoͤrige Unter⸗ ſtuͤzung von Duͤnger fauliger Art in vielen Faͤllen ſchon die groͤßte Erſchoͤpfung des Landes herbeigefuͤhrt. Sie ſind zwar vermoͤgend, dieſes eine Zeit lang zur Hervorbringung reicher Kornernten an⸗


