Teil eines Werkes 
2,1 (1840) Darstellung der Landwirthschaft Grossbritanniens in ihrem gegenwaertigen Zustande. 2,1
Entstehung
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Vom Hopfen. 349

Hopfenbauer in Suſſer und Kent haͤufig Schwefel, auch wohl etwas Salpeter hinzu, um ihm die ſchoͤne glaͤnzend gelbe Farbe zu geben, die von Manchen bewundert wird. Die Hopfenbauer in Farnham wenden jedoch dieſes Mittel nicht an, weil ſie glau⸗ ben, daß es der Guͤte ihres Hopfens ſchade. Auch iſt gewiß, daß ihr Hopfen jenen an Guͤte und Feinheit des Geſchmacks weit uͤbertrifft; allein er haͤlt ſich nur zwei Jahre, waͤhrend gehoͤrig reif gepfluͤckter, mit Schwefel ſcharf getrockneter und gut einge⸗ packter Hopfen volle zwoͤlf Jahre gut geblieben iſt.

Iſt der Hopfen hinlaͤnglich trocken geworden, ſo ſchafft man ihn auf den Boden eines in der Naͤhe beſindlichen zum Verpacken beſtimmten Hauſes. Das Einpacken zum Verkauf geſchieht indeſ⸗ ſen erſt nach einigen Tagen, weil er friſch vom Ofen kommend zu ſproͤde iſt und ſich zerreiben wuͤrde. Man laͤßt ihn daher einige Zeit auf Haufen liegen, damit er etwas ſchwitze und da⸗ durch wieder zaͤhe werde. Dann packt man ihn entweder in große Saͤcke, Ziechen, von Fuß Laͤnge und 8 Fuß Um⸗ fang, oder in kleine Ballen. Der erſt gepfluͤckte, welcher ge⸗ woͤhnlich von groͤßerer Guͤte iſt, uͤberhaupt der beſte, vom ſchoͤn⸗ ſten Anſehn, kommt gewoͤhnlich in letztere, die ungefaͤhr Centner halten; der minder gute von braͤunerer Farbe in jene, die meiſt eine Schwere von 2 ½ Centner erhalten. Dabei betraͤgt aber die Tara haͤufig bis 25 Pfund, waͤhrend die der Ballen, zu denen man feinere Leinwand nimmt, oft nur 56 Pfund iſt. Schon daraus erklaͤrt ſich zum Theil der Unterſchied im Preiſe.

Bei dem Einpacken verfaͤhrt man in England eben ſo, wie in Deutſchland mit dem Hopfen und der Wolle. Nachdem man naͤmlich in die untern Ecken des Sackes etwas Hopfen feſt ein⸗ gebunden hat, um gleichſam Handhaben daran zu bilden, wird derſelbe unter einem in die Dielen des Trockenbodens geſchnittenen Loche feſt aufgehangen, und ſeine Muͤndung vermittelſt eines Rei⸗ fens offen erhalten. Ein Mann ſteigt nun in den Sack und tritt den von einem andern nach und nach in kleinen Portionen hineingeworfenen Hopfen feſt, je feſter, deſto beſſer. Iſt der Sack voll, ſo naͤhet man das Ganze recht feſt zu, und ſtopft dabei ebenfalls in die obern Ecken etwas, damit die Zieche vier Zipfel zum Anfaſſen bekomme. Das Packen eines Sackes erfordert ge⸗ woͤhnlich eine Stunde Zeit.