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Krapp. Waid. Wau. 333
rein umzulegen. Hierauf wird das Land ſo oft geeggt, bis hin⸗ laͤnglich lockere Erde zum Empfang der Saat vorhanden iſt. Dieſelbe geſchieht entweder in acht bis neun Zoll von einander entfernten Reihen, oder auch breitwuͤrfig, und wird dann einge— eggt. Hierauf recht man die etwa vorhandenen Kloͤſe und Klum— pen ab, und walzt nun den Acker, damit er recht rein und glatt erſcheine. Vorzuͤgliche Sorgfalt iſt auf die Ableitung des Waſſers durch Waſſer- und Querfurchen zu wenden, denn wo daſſelbe ſtehn bleibt, wird nichts aus dem Waid. Bei ſeinem Aufgehn muß man aufmerkſam ſein; die jungen Pflaͤnzchen werden naͤm— lich bisweilen durch Erdfloͤhe oder Spaͤtfroͤſte zerſtoͤrt, und dann bleibt nichts uͤbrig, als die Saat augenblicklich zu wiederholen.
Saͤet man ihn nicht auf Grasland, ſondern auf einen ſchon beſtellt geweſenen Acker, dann pfluͤgt man mehrmals zu ihm, das erſte Mal vor dem Winter, das zweite Mal im Fruͤhjahr, das dritte Mal im April und zuletzt noch einmal im Mai oder Juni, wo man ihn hier erſt ſaͤet, die Hauptbenutzung fuͤr das zweite Jahr verſchiebend.
Bei feuchtem Wetter erſcheinen nach vierzehn Tagen die jun— gen Pflaͤnzchen, die nach abermals vierzehn Tagen oder drei Wo⸗ chen auf das Sorgfaͤltigſte zu jaͤten und behacken ſind. Dabei verduͤnnt man ſie zugleich gewoͤhnlich ſo, daß ſie wenigſtens ſechs Zoll von einander zu ſtehn kommen. Manche geben einer weitern Entfernung noch den Vorzug. Das Jaͤten und Behacken muß nach Erfordern der Umſtaͤnde mehrmals wiederholt werden; denn es darf unter dem Waid durchaus kein Unkraut aufkommen.
Die Benutzung deſſelben tritt bei dem zeitig im Fruͤhjahr oder das Jahr zuvor ſpaͤt geſaͤttem gegen die Mitte des Juni's ein. Man ſchneidet die Blaͤtter ab, ſo wie ſich ihre blaugruͤne Farbe in ein bleiches Gruͤn verwandelt, augenblicklich ab, weil durch laͤngeres Stehnbleiben der in ihnen enthaltene Farbeſtoff, deſſen Guͤte von ihrer Vollſaftigkeit abhaͤngt, Schaden leidet. Das Abſchneiden geſchieht mit der Hand und man huͤtet ſich dabei den Stamm zu verletzen, damit derſelbe nicht gehindert werde, ſchnell wieder neue Blaͤtter auszutreiben. Nach dem Abſchneiden wieder⸗ holt man das Jaͤten abermals, und wenig Wochen nachher kann man eine zweite Ernte vornehmen. In manchen Jahren liefert der Waid drei bis vier Schnitte, die beiden erſten ſind aber ſtets die beſten, weil die letzten weniger Saft enthalten. Man laͤßt


