Teil eines Werkes 
2,1 (1840) Darstellung der Landwirthschaft Grossbritanniens in ihrem gegenwaertigen Zustande. 2,1
Entstehung
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332 Neunundzwanzigſtes Kapitel.

ſtehn. Auf denſelben bleiben ſie, bis ſie ſo trocken ſind, daß ſich der Schmutz rein von ihnen abreiben laͤßt. Dann werden ſie in einem maͤßig warmen Ofen vollends getrocknet. Die Oefen, wie man ſie zum Darren des Malzes oder zum Trocknen des Hopfens gebraucht, ſind auch zu dieſem Zwecke recht gut geeignet, nur muß ein Ventilator daran angebracht ſein, um die Farbe zu be⸗ wahren.

Sind die Wurzeln bei maͤßiger Hitze und nach mehrmaligem ſorgfaͤltigen Umwenden ſo trocken geworden, daß ſich die aͤußerere Rinde leicht von ihnen trennen laͤßt, dann laſſe man ſie auf einer gewoͤhnlichen Tenne rein abdreſchen, fege das Abgedroſchene zu ſammen, und packe es fuͤr ſich allein. Es wird zwar im Handel, wo es den Namen Staub fuͤhrt, bei weitem nicht ſo gut bezahlt, wie der innere Theil der Wurzeln, deckt aber doch gewoͤhnlich die Koſten des Trocknens und Reinigens, und erhoͤht durch ſeine Ent fernung die Guͤte des uͤbrigen Krapps. Nachdem dieſes Abdreſchen geſchehen, werden die Wurzeln noch einmal in den Ofen gebracht und bei einem ſtaͤrkern Feuer vollends gedarrt. Dabei iſt jedoch große Sorgfalt darauf zu verwenden, daß dieſes nicht zu ſtark werde, weil ſonſt leicht die Schoͤnheit der Farbe leidet und da⸗ durch der Preis herabgedruͤckt wird. Die letzte Operation iſt die Verwandlung des Krapps in Pulver; dieſe kommt aber mehr dem Kaͤufer, als dem Producenten zu.

Waid wurde ehedem in England in ſehr großer Menge an⸗ gebaut, weil er vor dem Bekanntwerden des Indigo's der einzige blaue Farbeſtoff und das Beduͤrfniß daran alſo groß war. Die Vorzuͤge des Indigo's wurden indeſſen von den Fabrikanten ſobald anerkannt, daß die Beſchwerden der Landwirthe dagegen, die ihm den Namen Teufelsauge gaben, nichts fruchteten und der Waid immer mehr verdraͤngt wurde. Sein Anbau findet daher nur noch in einigen Gegenden von Irland und England, namentlich in Yorkſhire, Sommerſetſhire und Lincolnſhire, in maͤßiger Ausdeh⸗ nung ſtatt, gibt aber, obgleich nachlaͤſſig betrieben, immer noch einen recht guten Ertrag. Er iſt eine zweijaͤhrige Pflanze, die erſt im zweiten Jahre Saamen traͤgt, und verlangt einen guten Lehmboden, jedoch kein Marſchland. Bei ſeinem Anbau verfaͤhrt man gewoͤhnlich auf folgende Weiſe: das dazu beſtimmte Gras land, in dem er am beſten waͤchſt, wird im Februar etwa fuͤnf Zoll tief umgebrochen. Ein Mann folgt dem Pfluge, um die von dieſem etwa nicht vollkommen umgewendete Raſennarbe vollends

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