Teil eines Werkes 
1 (1839) Darstellung der Landwirthschaft Grossbritanniens in ihrem gegenwaertigen Zustande. 1
Entstehung
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628 Zwei und dreißigſtes Kapitel.

daß die innere Seite dieſer Dunſtroͤhren modrig wird, ſobald nicht ein freier Gegenzug von unten ſtattfindet; und iſt dieſer vorhan⸗ den, ſo wird wieder die Gefahr der Entzuͤndung groͤßer. Die ein⸗ ſichtsvolleren Heumacher ſind daher einſtimmig gegen dieſes Ver⸗ fahren; ſie wenden es hoͤchſtens bei naſſem Wetter an, wo ſie die Gefahr durch Zwiſchenlagen von Stroh zwiſchen dem Heu zu ver huͤten ſuchen.

Ein maͤßiger Grad von Gaͤhrung, das Schwitzen des Heu's in den Feimen, theilt demſelben einen eigenthuͤmlichen Wohlgeruch mit, durch den es, wie der Unterſchied zwiſchen altem und neuem Heu beweiſt, nicht nur an Nahrhaftigkeit und Gedeihlichkeit fuͤr das Vieh gewinnt, ſondern dieſem auch angenehmer und verdau licher wird. Je mehr natuͤrliche Saͤfte man dem Heu, ohne Ge fahr vor Erhitzung, zur Zeit des Auffeimens bewahren kann, deſto mehr erzeugt ſich dieſer eigenthuͤmliche Geruch nach demſelben. Es verdient daher die Wahl des dazu paſſendſten Zeitpunktes die groͤßte Aufmerkſamkeit; er haͤngt nicht nur von der Beſchaffenheit der Witterung, ſondern auch von der Beſchaffenheit des Futters ſelbſt ab. In ſehr trockenen Sommern iſt bisweilen das Heu ſchon den zweiten Tag nach dem Hauen zum Auffeimen tauglich, und man muß bei ſchwachen Ernten und auf minder krlaͤftigen ungeduͤngten Wieſen dazu ſchreiten, weil hier das Heu, bei ſolcher Witterung die Pflanzen zu lange der Luft und Sonne ausgeſetzt, zu viel an Gewicht und Nahrhaftigkeit verliert; auf kraͤftigem Boden und bei dichtem Stand des Graſes wuͤrde dagegen ein ſo zeitiges Einheimſen des Heu's leicht nachtheilig werden. Das Duͤrrwerden deſſelben kann demnach zu weit, aber auch nicht weit genug getrieben werden. Das Letztere ereignet ſich nicht ſelten, wenn reiche Heuernten bei ſchoͤnem ſonnigem Wetter ſchnell an der Oberflaͤche abtrocknen, dadurch das Anſehen von gut getrocknetem Heu bekommen und dadurch Veranlaſſung geben, es einzufahren, obgleich die inneren Saͤfte noch darin enthalten ſind. In dieſem Zuſtand auf Feimen gebracht, verdirbt es leicht; erhitzt ſich, verliert dadurch ſeinen angenehmen Geruch, nimmt eine braune, nach dem Mittelpunkt immer dunkler werdende Farbe an, wird dann vom Feimenbrand ergriffen(mowbuont genannt), und ſoll, in dieſem Zu⸗ ſtand verfuͤttert, den Harn der Pferde uͤbermaͤßig vermehren. Bringt man dagegen das Heu bei feuchter Witterung nicht voͤllig trocken auf den Feimen, ſo wird es durch das Verdampfen der Feuchtig⸗ keit modrig und iſt dann den Thieren ganz ungenießbar; freſſen

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