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Vorreede. XV
ſchen Lehrbuches verſucht worden iſt. Denn daß die Staatswiſſenſchaften endlich auch in Teutſchland in ihre lang verkannten Rechte allmaͤhlig eintreten, und daß erleuchtete Regierungen das dringende Be— duͤrfniß fuͤhlen, kuͤnftige Staatsmaͤnner und Diplo— maten, und alle die, welche ſich den einzelnen Zwei— gen der Staatsverwaltung widmen, eben ſo ſorgfaͤl⸗ tig fuͤr dieſe hochwichtige Beſtimmung auf den Uni⸗ verſitaͤten vorbereiten zu laſſen, hat die Begruͤndung ſelbſtſtaͤndiger Facultaͤten der Staatswiſſenſchaften auf den Univerſitaͤten Tuͤbingen und Wuͤrzburg, ſo wie das, was ſchon laͤngſt dafuͤr in Heidelberg geſchah, und die auf den oſtreichiſchen Univerſitaͤten ſchon ſeit mehrern Jahrzehenden beſtehende Vorſchrift gelehrt, daß namentlich Finanzwiſſenſchaft und Po⸗ lizeiwiſſenſchaft von den Studirenden der Rechte ge⸗ hoͤrt und belegt werden muͤſſen. Eine aͤhnliche Verord⸗ nung iſt im Jahre 1822 im Koͤnigreiche Hannover erſchienen, wornach alle, welche der Beamtenlaufbahn ſich widmen, außer den juridiſchen Studien, auch die ſtaatswiſſenſchaftlichen ,bei ihren Geſuchen, belegen muͤſſen.— Nur dann, wenn man ſich uͤberzeugt haben wird, daß fuͤr den kuͤnftigen innern und aͤußern Staatsdienſt eine eben ſo beſtimmte, ſorgfaͤltige und umſchließende Vorbereitung noͤthig iſt, wie fuͤr die Betreibung der Kaufmannſchaft, und fuͤr die kuͤnftige Uebernahme eines Amtes in der Kirche, in der Schule, oder in der Gerechtigkeitspflege; nur dann, wenn man ſich uͤberzeugt haben wird, daß unzaͤhligen Verirrun— gen kraftvoller, aufffrebender Juͤnglinge am ſicherſten


