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Bügels k) auf das hinter dem Kaſten angebrachte Brett 1) ſteigt, um den Zapfen nag Erforderniß zu ziehen, einzuſtoßen, und während dem Erguſſe der Gülle die Spiße-des Zapfens in Bewegung zu haben, Um den gezogenen Zapfen nicht zu hoch zu erheben, vder zu viel ſinken zu laſſen; dazu dient das LoF m), durch welches eine Scheide, oder hölzerner dünner Splint nach dem Uufziehen geſtoſſen wird. Dadurch kann der Dapfen, auc) wenn er er aus der Hand gelaſſen wird, nicht berabſinfen Das Sprißbrett n) hat 18 Zoll nach allen Seiten, und iſt in drei KettHen eingehan- gen, zwei nach dem Zuge zu und eines nach hinten, Leteres muß ſo eingerichtet ſeyn, daß man vermittelſt eines Hä>chens das Brett, welc<es in der Regel nach hinten etwas tiefer hängen muß, nac<4 Gefallen mehr oder weniger ſenken kann, Hängt nämlich das Brett- <hen ganz wagre<t, ſo treibt die Flüſſigkeit zu ſtark nach beiden Seiten, und gegentheils zu viel nad der Mitte, wenn man ihm einen zu ſtarken Hang giebt. Es läßt ſiM aber bei dem Gebrauche ſogleich einſehen, wie piel Hang man dem Brettchen zu geben hat. Bei uns hängt dasſelbe nach vorne zu 1903 Zoll, und nach hinten 224 Zoll tiefer als der Boden des Kaſtens, Die Gülle überſirömt dabei die Breite von 63 Fuß. Es bleibt endlich ſehr vortheilhaft, um das tiefe Einſchneiden der Räder in den Boden zu vermindern, denſelben breite Felgen zu geben. Nothwenvig muß der Karren mit ganz eiſernen Uchſen verſehen ſeyn, da der Erfahrung nach die hölzernen durFg die Schärſe des Urins bei öfterem Gebrauche faulen, und kaum zwei Iahre dauern. Die Räder der Hohenheimer Güllenkarren ha- ben 4 Fuß 8 Zoll im Durc<meſſer- Das Gleismaß enthält 4 Fuß 4 Zoll.
Da der Kaſten des Karrens ſich in der Deichſel- gabel bewegen kann, welches zwar nicht unumgänglich nothig, aber doch vortheilhaft iſt, um den Kaſten beim Zurückfahren vom Felde etwas zu lüften, und nicht einen kleinen Reſt der Brühe jedesmal mit nach Haufe zu ſPhleppen3; Hauptſächlich aber beim Bergabfahren auf vem Felde, wenn die Gülle im Kaſten zur Neige geht, wo dieſelbe; nac dem Pferde zu, alſo von dem Ausflußloche wegſchießt. In dem Falle zieht man den Riegel 0 und ſchiebt ihn Statt auf, nun unter die Kar» renbäume, das iſt, zwiſchen dieſe und die Deichſelgabel,
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Da, wo man ſich der, in der Beilage 3. beſ<hrie- benen beweglichen Ubtritte bedient, und man keine ber ſondern Güllen- Behälter hat, um dort das Urinfaß auszuleeren, kann man auch ohne einen beſondern Gül- lekarren das Urinfaß ſelbſt, auf einen gewöhnlichen Karren gelegt, unmittelbar zur Vertheilung der darin enthaltenen Flüſſigkeit auf die Felder und Wieſen be- nügen, indem man an dem hintern Boden dieſes Faßes eine große hölzerne Pippe, und unter denſelben ein ähnliches Sprißbrett anbringt, Es verſtebt ſim jedoch, daß das Faß nicht mit reinem Harn, welcher viel zu ſcharf wäre, gefüllt ſeyn darf, ſondern dieſer mit Kalk, Gips, Uſc<hen oder hinlängliger Menge von Spül. und andern Waſſer vermengt und verdünnt ſeyn muß,
Ueber die Wirkſamkeit der Gülle und die Gegen- ſtände, worauf ſie mit dem größten Vortheile verwen- det wird, enthalten wir uns noh, aus Mangel zurei- <Zender Erfahrung, etwas zu ſagen. Bisher verwene- deten wir ſie bloß auf Klee, Luzerne, Gras, ſc<hmäch- tiges Getreide und Sommerrübſen, Ein Mehreres über ihren Gebraue) und ihre Wirkung behaiten wir der Zukunſt vor, Ein Stück Land von mehreren Mor- gen ſoll ausſchließlih dem vergleichenden Berſuche von allen Düngerarten, die uns zu Gebote ſtehen, gewid- met werden*). Hierher gehören: Jauche, Gülle, aus*- gewaſchener Güllemiſt, gewöhnlicher Stallmiſt, Miſt aus dem Brabanter Stalle, Roßmiſt, Scweinemiſjt, Schafmiſt, PferH, Mengedung oder Kompoſt, aus guter Erde und Cloakenauswurf verfertiget, Urat oder Uringips, und endlich Miſt in verſchiedenen Perioden ſeiner Zeitigung aufgeführt, Ferner den Miſt gleich unterzupflügen oder gebreitet eine Zeitlang liegen zu laſſen, oder Saaten damit zu überdüngen kc,
Vorläuſig geht unſere Meinung über das Gülle- weſen dahin: 1) daß die Düngermaſſe vabei an LQuat- titaät, unbeſchädigt der Lualität, gewinne. 2) Daß ſich zwei Vortheile bei der Unwendung vereinigen, durch die Wahl, nach den Umſtänden über flüſſigen und fe ſten Dünger gebieten zu könnens 5) Daß wir es in unſerer Macht haben, kränkelnden Begetabilien ſogleich zu Hülfe kommen zu können. 4) Daß der Umſaß des
*) Sieh auch hierüber„„Reſultate der„Verſuche über Erzeugung und Gewinnung des Düngets 26.' voy Amtsrathe Blo& mit Aninerküngen yom Stgatsrathe Thaer. Berlin bei Rüfer 18253,


