316
welche, wie's denkbar iſt, mehr techniſche Vorberei- tung hinzubringen mochten. Gewiß iſt die bildne- riſche Verzierung des Octogons in der Kirche S. Satiro dem Florentiniſchen rec<ht nahe verwandt. Frieſe von Kindern und große Köpfe in den run- den Niſchen; alles derb und<araktervoll und nicht ohne Styl
Von dem Salai weiß ich nichts zu ſagen, als das Bekannte, daß er viele hübſche KabinettſtüF- <hen gemalt hat, von denen die Lombardey no< immer angefüllt iſt. Er möchte Einiges noc< un- ter Lionardo angelegt und mit Theilnahme des Meiſters beendigt haben; ſo die beiden weiblichen halb Figuren, Tugend und Eitelkeit, in der Gal- lerie Sciarra Colonna zu Rom.
Eine Ausflucht nach Pavia belehrte mich über den gegenwärtigen Beſtand der angeblich longobardi- ſchen Kirchen, und gewährte mir den vollen Genuß des glanzvollſten Tempels der Welt, der Karthauſe,
- durch welche die Herzoge von Mayland ihre Sün- den zu büßen geglaubt. Die vortrefflichen Bild- nerarbeiten an der Vorſeite der Kirche beweiſen, um wie viel mehr vorgerü>t dieſe Kunſt, als die


