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Drey Reisen nach Italien : Erinnerungen / von C. F. v. Rumohr
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Nachbetens, aus den Winken aller Weltweiſen her- vorgedeutet und bis zum Ueberdruſſe wiederholt hat.= Es iſt allerdings nicht ſo leicht, dem So- Frates zu folgen. Er beſaß eine unerſchöpfliche Ader von Ironie und poetiſcher Phantaſie, gaukelte hier mit anmuthigen Bildern, wendete dort ſeinen Wiß gleich ſehr gegen myſtiſchen und ſophiſtiſchen Unſinn. Allein wo er im Ernſte redet, zum Bey- ſpiele im Meno, zeigt es ſich deutlich, daß ſeine angebornen Begriffe, Begriffe und nicht ſich indi- vidualiſirende Vorſtellungen waren.= Angeborene Ideen aber mit Naſen, Ohren, Armen, Beinen und--=-, wie unſere rhetoriſche Kunſtgelehrte ſie aus dem Plato erweiſen wollen, ſind an ſich ſelbſt ein Unſinn, und in Bezug auf die Autorität, wel-

<e man anführt, eine Verläumdung. Auch wenn

die Citationen richtig und in ihrer Verbindung ver- ſtanden wären, müßte ein ſolc<er Kinderglaube an die ſcholaſtiſche Philoſophie des Mittelalters erin- nern, in welcher Autoritäten nicht ſelten für Gründe galten. Wozu die Sinnen, wozu die Erfahrungen, welche ſie uns zuführen, wenn unſer geiſtiges Da- ſeyn ſchon in ſich vollendet in die Welt einträte,