Druckschrift 
Drey Reisen nach Italien : Erinnerungen / von C. F. v. Rumohr
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen

32

her das Gemälde mit Bliken anſicht, welche Ver- wunderung, Prüfung und ein unermeßliches Ver- langen ausdrücken, es zu beſien. Dieſes Stü> erfüllt mich ſtets mit tiefer Rührung 3 es erinnert mich an den lekten jener Zeitabſchnitte, in welchen der Künſtler noch ein wahres, inniges, herzliches Verlangen zu befriedigen hatte; wonach gilt mir an dieſer Stelle gleih. Möchten die Künſtler, möchten ihre theoretiſchen Gönner doch häufig die- ſem Bilde ein Auge ſchenken, daraus lernen, daß es für alle Theile erſprießlicher ſeyn dürfte, jenen thörichten Streit über den beſten Gegenſtand fallen zu laſſen, hingegen ſich zu bemühen der Menge ge- nehm zu werden, ſie zu gewinnen und in ſein In- tereſſe zu ziehen, indem man, ſtatt ihr aufzudrän- gen, was ſie nicht will und mag, vielmehr dar- ſtellt, was ſie begehrt, und wie ſie's begehrt. Es iſt dieſer einer jener Fälle, in denen es mit einigem Rechte heißen kann: vox populi, vox Dei.

In der Kunſt iſt jegliches Vortreffliche nothwen- dig auch ein Schönesz es hat daher auf den erſten Bli den Anſchein, als müſſe die Theorie, welche

nh wohl zu[4 q6n) nan du gef en in