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Zeitalter Ludwig XIV. und deſſen mehrfältigen Nachwürkungen entgegenzuſtellen. Nach Abwerfung vieler Uebertreibungen und Einſeitigkeiten iſt dieſe Sache auf eine weſentliche Erweiterung des allge- meinen Gebietes geiſtiger Beziehungen ausgeſchla: gen, welche Niemand nicht gern ſich gefallen ließe. Auch hat die Ablenkung der Aufmerkſamkeit von je- ner früher ſo beliebten franzöſiſchen Muſe unſtreitig in den bedenklichſten Zeiten, einer widerſtandloſen Hin- gebung in den franzöſiſchen Einfluß trefflich entge- gengewirkt 3 weßhalb ich jenes Paradoron für eine Inſpiration des deutſchen Schußgeiſtes zu halten ſehr geneigt bin. Auf der anderen Seite hatte je- nes Weſen, welches man den Romanticismus nennt, die nachtheilige Folge, daß häufig die aufſtrebende Jugend darin die Aufforderung zu erblien glaubte, den claſſiſchen Studien, welche ſchon ungleich früher durch das Realwiſſen, die Nüzklich- keitslehre und Aufklärung ſehr tief unter- graben waren, nunmehr vorübergehend durchaus zu entſagen. Von dieſer Phantaſterey mußte nun allerdings Einiges auch au* die bildenden Künſte
Übertragen werden. Die Kunſt lebt mit den Men- ) x


