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ſtoriſche Kunde zwar reichhaltig, doch weder um-
faſſend, noch erſchöpfend 3 den änderen, beſonders-
ſeinen römiſchen Zeitgenoſſen, die techniſche Erfah- rung und Einſicht darauf gegründeten Anſprüchen nicht völlig angemeſſen. Gewiß fehlte es ihm an einem allgemeinen, über das Einzelne ſich erheben- den Standpuncte, oder an wahrhaft wiſſenſchaftli- <em Geiſte; alleim auch an jener ſchöpferiſchen, hervorbringenden Kraft, deren Beſiß den Theoreti- ker allein in den Stand ſeßt, über das ſchon Er- lebte und BVorübergegangene hinauszudenken. Un- ter dieſen Umſtänden war Meyer zwar geeignet, nükliche Anregungen zu verbreiten, doch nicht, den herrſchenden Ton anzugeben oder ſeine Zeitgenoſſen zu lenken;
Auch bey mehr innerem Berufe und äußerer Vorbereitung würde der Berein nicht leicht für lange Zeit in der Beherrſchung deutſcher Kunſtbe- ſtrebungen ſich behauptet haben. Es fehlt in Deutſch» land an einem Mittelpuncte, in welchem das Ver- ſchiedene und Entgegengeſekte ſich ausgleichen, Mei- nungen und Grundſäße ſich bilden, und von ihm in die entlegeneren Theile des Ganzen zurüſtrö-


