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gelöſete Kenntniſſe und Fertigkeiten beyzulegen, viel- mehr ihn vollſtändig und zu einem harmoniſchen Ganzen auszubilden. Alſo mögen etwa in ihren Anſprüchen und Intereſſen von ihm verlekte Künſt- ler und Kunſtfreunde nie aus den Augen laſſen, daß Göthe in ſeiner dichteriſch- philoſophiſchen Aus- bildung der Kunſt und allem ſie Angehenden vor der Welt das ehrenvollſte Zeugniß abgegeben, und durch Lehre und Beyſpiel einer ganz von ihr abge- wendeten Zeit für ſie die größte Achtung mitge- theilt. Andrerſeits iſt freylich auch nicht zu läug- nen, daß ſeine hiſtoriſchen Kenntniſſe und techni- ſchen Einſichten weder ſehr mannichfaltig, noch ſelbſt zuſammenhängend warens daß er in ſeinem langen Leben für die Kunſt nie einen ganz feſten Standpunct gewonnen, häufig dem Einfluſſe nie- driger geſtellter Kunſtfreunde ſich hingegeben hat, daher nicht ſelten in Widerſprüche und Schwan- kungen verfallen iſt, welche in dieſer Beziehung ſei- nem Anſehen ſchaden mußten. Denn Eigenſinn und Hartnäckigkeit gilt bei den Meiſten für Sicher- heit; dieſe wiederum für das Symptom guter Be- gründung der Principien, Meinungen, Anſichten,
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