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ſolle, weil Alle gleichſam für einen Mann ſtehen, Jeder bemüht iſt, die Schwächen ſeines Verbünde- ten zu deen und zu beſchüßen. Es entſtehet da- her oftmals ein gewiſſes blindes Dareinſchlagen, wie in den Dorfſchenken, wann es auf die Neige geht. So hat denn auch Göthe, welcher unſtreitig die Kunſt hat fördern, den Künſtlern nüßen wollen, bey dieſen für Solches, was unter ſeinem Schuße und mit ſeiner Einwilligung unternommen ſchien, einige Ungunſt auf ſich gezogen, auf welche in ſeinem Leben, doch ohne Bitterkeit, hingedeutet wird. Wie die bildende Kunſt auf einen Geiſt, wie Göthe's eingewirkt, wie ſie in ihm ſich abgeſpiegelt habe, war und bleibt eine große Merkwürdigkeit. Empfänglichkeit für den Reiz und die Bedeutung von Geſtalten der Natur, wie der Kunſt, war in ſeine Geiſtesart ſo genau und innig verwebt und eingeflochten, daß, Göthe'n ihrer beraubt zu den- ken, unmöglich iſt. Sein Leben, ſeine vielſeitigſte Fruchtbarkeit zeigt ſchöner, als irgend eine andere perſönliche Erſcheinung der lekßten Zeit, die Noth- wendigkeit, die Unerſeßlichkeit jenes Sinnes, ſobald man nicht bloß darauf ausgeht, dem Menſchen ab-


