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Jenerzeit hätte kein Umgang mir zuträglicher ſeyn können, als der ſeinige. Während er in den Kunſt- eindrüken dem rein Sinnlichen nicht allein ſein gro- ßes Recht gewährte, nein ſelbſt es mit Grazie em- pfahl und herauszeichnete, ſtärkte er mich wenig- ſtens von dieſer einen Seite gegen den ſchon her- einbrechenden Andrang neuer Lehren. Denn gerade damals begann die literäriſche Welt, von verſchie: denen Anſichten ausgehend und ebenſo verſchiedene Autoritäten vorſchüßend, den bildenden Künſten den Werth ihrer Kunſt ſtreitig zu machen. Für einige Zeit verloren die Worte: arte, affaber, non in- fabre, und was im Griechiſchen daſſelbe bedeutet, ſogar bey den äſthetiſchen Archäologen ihren Sinn. Alſo war es wenigſtens conſequent, auch in Din- gen der neueren Kunſt ſehr Viel und bisweilen Al- les in die Begriffe: Gegenſtand, Idee, Sinn, Be- deutung, und überhaupt in Solches zu legen, was in der Kunſt nicht der Kunſt ſelbſt angehört, ſon- dern nur als Stoff und Anregung in ſie hinüber- gezogen wird. Als Symptom der zunehmenden Verbreitung dieſer Auffaſſungsart meldete ſich gleich» zeitig eine lebhafte Nachfrage nach Copien gerühm-
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