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ter Gemälde, verbunden mit Geringſchäßung ſol- <er Originalwerke, welche nur aus ſich ſelbſt er- klärt und verſtanden ſeyn wollen: Was in den Kunſtwerken unmittelbar aus dem Gefühle, aus der Geiſtes- und Sinnes- Art des Künſtlers ent- ſpringt und ausſtrömt, dasjenige, was der ächte, lebenvolle Kunſtfreund die Originalität nennt und bey dieſem Namen zu denken und zu würdigen weiß, bleibt der Copie meiſt unerreichbar 3 woraus folgt, daß wer mit dieſem ſich begnügt, für jenes aller Empfänglichkeit entbehren muß.
Allerdings fällt die erſte Anregung der Gegen- ſtandsanſicht in eine noch frühere Zeit 3 doch ward ſie eben damals von den weimariſchen Kunſtfreun- den zuerſt in einem weiteren Umkreiſe verbreitet und in der Folge dauernd von ihnen begünſtigt.
Ic<h begann nunmehr mit den Schriften dieſer Vereinigung mich bekannt zu machen. Die ſchon „vorübergezogenen“ Horen habe ich ſpäter mir ange- ſehn und beſonders die ſpeculativen Aufſäße Schil- ler's genußt, welcher auf beſtem Wege war und, glüFlicher Weiſe, bey ſeiner höchſt eingeſchränkten Kunde, durch Beſonderes und Einzelnes vom Allge-


