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Die Mittelmäßigkeit verdirbt nun auch Alles und Jegliches. Ware ich reich und mächtig, oder auch nur eins von beiden; wer weiß, welchen Einfluß ich gewonnen hätte auf das künſtleriſche Treiben und Wirken unſerer Tage. Ware ich nicht eben hinrei- <end begütert, in meinen Umſtänden durchaus geord- netz wer weiß, welch ein Künſtler aus mir ſich hätte hervordrehn laſſen. Allein zum Gönner ge- währte mir das Schiſal zu wenig, zum Künſtler beyweitem zu viel. Denn es verdammt ein ange- borener Wohlſtand das Kunſttalent zum Dilettan- tiSmus, weil nothwendig auf einer gewiſſen Stufe der Künſtlerentwikelung das Urtheil dem Vermögen voraneilt, was die Hoffnung beugt, den Muth bricht; eine Verſtimmung, welche nur Künſtler von Beruf überwinden, weil das Bedürfniß des Er- werbes ſie dazu nöthigt und zwingt. Ward ich nun freilich weder Künſtler noc< Gönner,- ſo ver- ſchönte mir doch die Gabe, zu ſehen, das Leben, gleich ſehr in der Gegenwart und Erinnerung; ge- wann durch ſie, was ich mündlich und in Schrif- ten mitgetheilt, auch für Andere einiges Intereſſe.
In meinem zwanzigſten Lebensjahre begab ich


