Die Waldbäume. 23
oder durch Verpflanzung derſelben aus eigenen Baum- ſchulen, die man gemeiniglich Eichenfampe zu nen- nen pfleget.
Herr Hofrath Sledirſch erkläret ſic) vor den erſten Ort, und ſagt: warum will man von der natürlichen Vermehrung der Walder, und beſon- ders der Eichen abgehen, und erſt ſaen, hernach die jungen Pflanzen wieder herausnehmen, an ihren SBurzeln verleben, und endlich wieder zum Wachs- eGuime uach beſondern Ein- und Abſichten verpflan- zen? Das heißt, durch doppelte Koſten und Arbeit die jungen, zum Pflanzen am geſchiteſten, Eichen von 2, 3, 4 Jahren in ihrem Wachsthume zurük-
ſeßen. Die Lange der Pfahlwurzel iſt an ſolchen
jungen Pflanzen wohl nicht umſonſt ſo anſehnlich 3 ſie zeiget eine gewiſſe Vorbereitung zu einer anſehnlichen Höhe, und einem nachfolgenden ſtarken Triebe, den man beym wilden Holze nicht ſtören muß, wenn man anders anſehnliche Stämme daraus zu erhalten wün- ſchet. Nicht alle Bäume haben eine Pfahlwurze!, und daher können auch einige beſſer als die andern verpflanzet werden. Dieſe iſt bey den Cichen, die ohn- gefahr 4 bis 5 Zoll die ſind, auf 43 Fuß lang, und an jungen 6 bis 8 Zoll hohen Saateichen, wird man in loferm Grunde, ſelbige ſchon x bis 13 Fuß lang finden, und.muß auch, wenn das Ausheben auch noch ſo behutſam geſchiehet, nothwendig beſchädiget wer- den. Herrn du Hamels Vorſchlag, die Cicheln außer der Erde keimen zu laſſen, und den hervorgefomme- nen Keim abzuſchneiden, und dadurch den Austried der Pfahlwurzel zu verhindern, iſt theils mühſam, theils ſehr mißlich, allemal aber widernatürlich, da
die Eiche dergleichen haben ſoll. So gut dieſe angeführten Gründe auch ſeyn kön- nen, ſo finden ſich doch ſehr viele Fälle, bey welchen / 4 die


