520 Fünftes Kapitel,
genden von Ungarn den Wein abkühlen. Wenn ſie durch große Einöden reiſen, oder ſich daſelbſt aufhal- ten. wüſſen, und weder Eis noch Brunnenwaſſer zu Abkühlung des Getränkes vorfanden iſt, machen ſie eine Grube, ohngetähr auf 2 Fuß tief in die Erde, laſſen die Weinflaſchen hinein, und bedecken ſolche ſorg fältig wieder mit Crde. Darauf zünden ſie jählings über dieſer Grube, in welcher der Wein liegt, eine Fiamme, vermittelſt Heues, Strohes oder Schilfes
'an. Wenn ſolche von ſich ſelbſt ausgegangen, oder
von ihnen ausgelöicht worden iſt, räumen ſie die auſs ſerlich warme Erde weg, und nehmen"den Wein ſo abgefühlr heraus, a!s ob ſie ihn ins Eis geſeßt gehabt hätien. Woder, ſeßt vorgedachter Verfaſſer hinzu, rührt dieſe Abkühlung, als daher, weil von der jäh- lingen Glut, von welcher die Oberfläche der Grube plößlich er! ißt worden, die natürliche Kälte des Erd- reichs von allen Seiten her iſt verdichtet worden, ſich un. die Flaſche herum geſeßt, und den Wein durch- drungen und erfriſcht hat,
6) Tyroler Weine. Dieſe ſchme>en zwar ange
nehm, ſind aber ſtarf und feurig, halten ſich auch nicht allzulange, weshalb ſie bey uns nur ſelten gefunden werden. Es fallen aber die Tyrolor oder
Erſchweine roth und weiß. Die rothen Weine
ſivd aber am meiſten geachtet, und ſonderiich' der Traminer, von dem Dorfe Tramin, als wel» <er ein ſehr niedlicher Wein iſt.;
H) O-ſterreichiſche und Böhmiſche Weine,
De O-ſterreichiſchen Weine-haben zwar keinen unaygenehmn Geſchmack, man w'll aber yo“ ib- nen ſagen, daß ſie denen, die deſſin ungewohnt ſind, nicht rect befommen Follen. Vielleicht hat die dajclbſt völlig aufgewachte Znduſtrie is der
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