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Pflege und Erhaltung des Weins, 519
ihn nachzufünſteln, Ein. jezt, regierender Deutſcher Fürſt harte vor. dem Antritte ſeiner Regierung einen ſo geſchickten Weinfüper, welcher dieſen Wein ſo meiſter» lic nachzumachen wußte, daß Kenner ihn für na- türlichen Wein hielten. Da. der Vater des Prinzen» ein großer Wirth, hörete, deß auf deſſen Tafel der Ungariſche Wein das gemeinſte Getränke geworden ſey, ſo verwies er ihm den Aufwand, und empfahl ihm eine ſeinen Einfünſten mehr angemeſſene Haushaltung. Der Prinz geſtand ſeinem Vater das Geheimniß, daß er durch die Geſchicklichfeit ſeines Weinküpers fei- nen fremden Wein wohlfeiler als dieſen haben könne. Bald darauf erfolgte der Tod des Vaters und der An- tritt der Regierung des Prinzen, und der Küper ver- hoffte für ſeine guten Dienſte den Poſten eines Keller- meiſters zu erhalten, Der neue Regent aber enkließ iha ſofort ſeines Dienſtes, und ließ ihn gehen, wo er hin wollte, und bewieß damit, daß er dergleichen Kün» ſte aus dem. rechten. Geſichtspunfte anſehe. Und wie? als Falſchheiten? ZUE Eine weit beſſere Weinkunſt haben wir aber doch ven Ungarn zu verdanktn, weiche den Reiſenden zur heißen Sommerszeit, wie nicht weniger den Krie- gesmännern ſehr zu ſtatten kömmt, auch, wie mir befannt iſt, bey den Preußiſchen Armeen in ihren Feldzügen nicht ungenußt geblieben iſt. Warmer und matter Wein iſt auf Reiſen und in Campagnen kein rechtes Labſal. Cin Maaß Wein erquit bey weitem nicht ſo, als ein Glas Wein, welcher ſriſch iſt, Hr. Matthias Bell, aus Ungarn, ſaget in einem, in den Phil.i Tranſ« 452« 3 Art. befindlichen, lateiniſchen Aufſaße, von der Art, den Wein in ſeinem Vater- lande abzufählen, alſo: Mir fällt hiebey die alte Ge- wohnheit meiner Landsleute ein, wie ſie in den ebenen, und von der Sonnenhiße ungemein verbrannten Ge- Kk 4 genden


