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Strasburgerz; 2) kleine Bamberger z 3) Wendiſche; 4) Welſche; 5) blutroche; 6) ſilverſchalige; 7) weiße Spaniſche, und 8) Portugieſiſche Zwiebel. Die blutrothe große Zwiebel wird deshalb hauptſächlich vorgezogen, weil ſie ſich unter allen am längſten hält, und die dauerhaſteſte iſt. Die Bamberger, die Wendiſche und die Strasburger Zwiebel ſind gewöhnlich ent- weder fugelrund erhaben; oder oval und an Farbe lichtbraun, blaßroth, ſiroh- oder auch citronengelb. Sie haben zwar alle einen zarfern, lieblichern und ſüßern Ge- ſchmack, als die gemeine rothe; werden aber doch, ihrer! geringern Dauer halber, nicht ſo häufig gebauet, Die 6 erſige- nannten Sorten bedürfen einerley Waxr- fung, und wachſen am liebſten in einem lo»- >ern, fetten, feuchten und gut gedüngten Bodenz in einem ſandigen oder leichten Erdreiche wollen ſie nicht wohl gerathen. Die Gartenſchriftſteller beſchreiben die Zwiebelcultur meiſtens ſo, daß ſie dasje- - nige Land dazu ſür am angemeſſenſten er- flären, wo im Jahre zuvor Sommerkohl oder Kartoffeln geſtanden haben; nad) ihnen ſolle man ferner die zu beſäenden Fel- - der nicht allein vor dem Winter, ſondern auch im Frühlinge gegen die Saatzeit be- &rbeiten, da der Saame in einem Boden, der. ſich ſchon etwas geſeßt hat, immer beſſer, als in einem ganz fritch gerührten tande, aufgehe; ebenfalls nac ihnen ſolle man feinen neu gedüngten Boden dazu wählen, ſondern ſolchen, welcher ſchon ein Jahr vorher gedüngt geworden ſey, u.ſ.w. An meinem Orte, welcher die ganze um- liegende Gegend mit Zwiebeln verſorgt, und wo jährlich viele Wiſpel erbauet werden, nimmt man ſeit Jahrhunderten immer einen und denſelben Fleck zu den Zwiebeln, ghne damit abzuwechſeln, Dieſer wird
Zwieb
alle Jahre mit friſchem Kuhmiſte ſtark ge- düngt- nur einmal zur Saat umge- graben, und, ſobald dieſes geſchehen iſt, der Saame eingeſäet und eingeharkt, Der Boden iſt eine mehr feuchte, als trockene ſchwarze Moorerde- Die Zwiebeln wer- den hier ſo groß, als ſie nur irgends ge- funden werden können, und man hat we- nig Mühe mit dem Jäten oder Reinigen des Landes, weil, wie geſagt, ſeit Jahre hunderten darauf gejätet worden iſt; ein Umſtand, der wohl Anlaß gegeben haben mag, fein neues Land zu wählen, und da- mit abzuwechſeln, weil hieſelbſt aller Acker ſehr voil von Quecken und Unkraut iſt. Im *Borbeygehen ſey hier erinnere: Die ge« meine Regel der ökonomiſchen Schriftſtel- ler leider hier eine ſtarfe Ausnahme, und zwar eben ſo ſehr, als in einem hier zunächſt angränzenden Sächſiſchen Dorfe, welches Jahr für Jahr viele tauſend Schock weißen Koyl, ebenfalls auf einem und eben dem ſelben Fle>e, ohne ſeit Jahrhunderten damit abgewechſelt zu haben, erbauet, Schwerlich kann Deutſchland irgend wo größere Kohlköpfe oder Häupter erzeugen, als an dieſem Orte geſchiehet. Alle Früh» jahre wird daſeibſt, wie hier zu den Zwie- bein, ſtark gedüngt, und der ganze Flä« ming damit verjorgt. Dos Reſultat die- ſer Bemerkunz kann alſo dieſes ſeyn, daß die Umwechſelung des Landes zur Erbau- ung beſſerer Früchte gar nicht nöthig iſt, wenn ſolches alle Jahre aufs neue gut ge- düngt wird.
Der Zwiebelſaame wird gegen das Ende ves Märzes, ſovald man ein vom Froſie befreyetes Land haben kann, ausgeſäet z auc<4 fann man etwas Wurzelpeterſilie und Salat darunter ſäen, weil der Salat frühe herausgetucht, und die Peterſilien- wurzeln nach dem Aufnehmen der Zwiebeln
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