Teil eines Werkes 
4 (1799) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 4
Entstehung
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: Mbeln, ſind bewegliche Sachen,

welche zum bequemen"Gebrauch,- oder zur Verzierung einer Wohnung, oder eines andern Aufenthalts beſtimmt ſind. Haus- rath hingegen heißt man alle bewegliche Sachen, welche in dergleichen Orten zum gemeinen Dienſte der Einwohner beſtimme ſind. Dewettliche Sachen ſind, wel- <- zum Betriebe eines gewiſſen Geſchäff- ' tes oder Gewerkes, in oder außerhalb der Wohnung beſtimmt ſind, und werden un- ter dem Namen der Geräthbſchafrten be- griffen. Alle bewegliche Sochen, außer dem baaren Gelde und dem Capitalsver- mögen, werden unter dem allgemeinen Namen der Fffeccen begriſſen. A, 2. R, Th-1. Tir-I11, 6. 13ff,

Mibhre, Daucus Tourn., ein be- kanntes Doldengeſchlec<ht, deſſen Dolde in der Blüchzeit zwar wie andere ausgebreitet iſt, bey der Reifung des Sauamens aber ſich am Rande zuſammen zieht, und in der Mitte eine Vertiefung. zurück läßt, als wovon auch der Name Pogehzieſt ſeinen Urſprung erhalten,

1) Gemeine 1öbre, D. vulgaris, D. Carota L. iſt in hohen ungebaueten Oertern, tro>nen Wieſen und auf grünen Hügeln im Jun. und Jul. häufig. zu fin- den.'

Die zahme oder Gartenmöshre, Miobhrrübe, gelbe Rübe oder gelbe Wurzel, D. ſativa, iſt der wilden Art ganz ähnlich, wegen der Cultur aber iſt die Wurzel viel größer, dicker und ſafti- ger. Die vornehmſten Eorten ſind: die

Gek, Negllexicon IV, Theil,

lange röchlichte gelbe Möhre, die Carotte,

und die Hoorniſche Möhre(von der Stade

Hoorn in Holland, wo ſie häufig gebauet wird). Die leßtern unterſcheiden ſich be- ſonders durch ihre gelbe oder mehr ins Röcrhlichte fallende Farbe 3; gemeiniglich iſt der obere Theil röcher' als der-untere, und werden deshalb vorgezogen, weil ſie vom Geſchmacke zärter ſeyn ſollen, als die ge« meinen Möhren. Jn hieſiger Provinz, bey Berlin, Potsdam, Brandenburg, u.|. w. haben und behalten ſelbige ihre ſchöne Farbe ir fortwährenden Generatio-

nen, im ſandichten Boden; wo der Bo-

den aber tief, ſchwarz und feucht iſt, da werden ſie gern bleich, weshalb man, wenn ſie nicht ausarten ſollen, mit der

Sommererziehung vorſichtig ſeyn muß.

Will man dieſe Rüben in einer ſeltenen Jahreszeit, oder ſehr früh, haben: ſo müßen ſie mit andern Gewächſen auf dem Mittheete getrieben werden, Im freyen Lande geſchieht die Ausſaat vom Anfange bis zu Ende des Aprils. Geſchieht ſol- <e früher: ſo kann der Froſt die jungen Pflänzchen, wenn man ſie nicht dawider bejchirmen fann oder will, leicht beſchäri- gent; auch im Sommer Stengel und Blü- then fragen, wobey die Wurzel leidet, Dergleichen Möhren nennet man Stock- rüben oder Döcke, Will man aber die Rüben zum friſchen Verſpeiſen haben: ſo kann die erſte Ausſaat ſchon im März bey ſtillem Werter geſchehen, und damit von Monath zu Monath fortgefahren werden, wenn man lieber die Wurzeln jung, als alt und, erwachſen, verſpeiſen will. Wenn

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