Teil eines Werkes 
4 (1799) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 4
Entstehung
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Möhre

"die Pflanzen etwas erwachſen ſind, iN das öftere Jäten oder Wieten z und wo ſie zu dick gehen, die Verdünnung nsthig. Sol: len ſie jung verbraucht werden: ſo müſſen ſie auf 4-5 Zoll; ſollen ſie aber völlig auswäachſen, auf allen Seiten, wenigſtens auf 7=-8 Zoll, verdünnf werden, weil ſie deſto dicker und ſtärker werden, je mehr ſie aum dazu finden, Che man den Saqamen ausſireuet, zerreibet man ihn zwiſchen den Händen, weil er ſonſt wegen der vielen Härchen an einander hängt, und ſich ſchwer ausſtreuen läßt.

Gemeiniglich werden die Mohrrüben bald nach Michgelis aus der Erde genom- men. Den obern Theil der Wurzel ſchnei- det man nicht, ſondern nur vas Kraut, ab, und verwahret ſie in Kellern oder Gruben vor dem Froſte- Die Gruben pfiegt man int Felde etwa 3 F. breit, und eben ſo tief, anzulegen. In tkiefern Gru- ven faulen die untern Wurzeln, zumal wenn der Boden-nicht hoch genug lieget, bald an tind verderben. Wünſcht man aber, dieſe Rüben bis in den Som- mer binein zut zu erhalten: ſo muß man ihnen, nachdem das Kraut im Octo- ber gelb und welt wird, niemals den Kopf und das Herz der Blätter, ſondern nur al- je äußerſten Blätter, bis aufs Herz, ab- nehmen, und, wenn ſie etwas abgetro>- net find, ſie im Sande an einem trocknen Orte bis im März vor dem Froſte verwah- pen. Älsdann nimmt man ſie wieder her- aus, ſchneidet ihnen das Herz weg, und gräbt ſie wieder an einem kühlen, trocknen und ſchattigen Orte ſo tief ein, daß Luft und Sonne ſie nicht treffen können. Auf ſolche Weiſe könnetr ſie ich nicht allein bis zur Zeit, da man andere has, gut erhal- tes, ſondern man kann ſie ſogar, Statt der keuen, eſſen. Denen Rüben, die

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Möhre

man für das Vieh aufbewaßren, oder. zur gemeinen Speiſung des Geſindes gebrau- dyen will, kann man das Herz der Blät- tex gleich abnehmen, und ſie dann iim Sande auch erhalten. Klein geftoßeite Rüben unter das kurze Futter gemengt, ſind ein vortreFliches Futter für die Kühe, um von ihnen gute Milch und recht wohls ſchmeckende Burter zu erhalten,

Zur Saamenerziehung. lieſet man im Herbſte, wenn die Rüben aufgegraben werden, von jeder Sorte die belken Wups

"zeln aus, nimmt ihnen nicht das Herz,

ſondexn nur die Nebenblätter, ab, und vor- wahrt ſie, gleich den andern, in einer Grube bis zum Frühlinge, da fie denn etwa zu Ende des Märzes herausgenomz men, und jede Sorte für ſich; an einen auf 100 Schritte von einandee entfernten Ort, reihenweiſe in einen leichten und tie- fen Boden, auf allen Seiten, 1 F. weit aus einander geſeßt werden, Den Saa- mentſiengeln muß man, damit ſie nicht auf der*Erde liegen, Latten und Stäbe ge= ben- Der im Aug, reif gewordene Saas me wird abgenommen, einige Tage, zum Abcrocknen und Ausdünften, auf einem Tuche an die Sonne ausgebreitet, vom Unrathe-geſäubert und verwahret, Er pflegt fich, wenn er gut aufbewahret wird, 2-=-3 Jahre zu halten; allein je älter er wird, defto ſchwerer läuft er auf; daher

der friſche Saame den Vorzug verdienet, Cs werden dem Saamen arzneyiſche Kräfte, beſonders dem von der wilden Art, zugeſchrieben, indem er den Magen ſtär- fen, Blähungen treiben, den Urin beför- dern, bie Werſtopfungen der Gefäße eröff« nen, und daher auc< bey der monathlichen Reinigung dientich ſeyn kann. Wenn das Bier damit abgegohren wird, ſoll es eine Stein zermalmende Kraft, und einen lie monien-

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