Teil eines Werkes 
4 (1799) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 4
Entstehung
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1] tägl ic),

Möhre

monie nartigen Geſchma> erhalten. Es ſind aber die Wurzein doch am nüblichſten, und nicht nur als ein guces geſundes Nah- vungsmittel für Monſchen und LY Bieh zu oc<ten, ſondern ſie können auch bey äußer- lichen Sichäd en und bey andern R ton gute Dienſie leiſten, Es enthält d Wurzel einen bonigartigen Saft,(Is

ein Syrup und ein dem Branntwein äl n=

licher Geitt bereitet werden känn, Der Möhrenſyrup wird in einigen Gegenden als ein Handelsartifel angeſehen, der in den Hausholtungkn, Statt Honigs und Zuifers, gebraucht werden fann; er die- net auch) vortreifich) bey Brukbeſchwerun- gen, welche einen zähen Schleim oder Schärfe zur Urſache haben, Die friſche Wurzel läßt man die Kinder, welche Wür- mer baben, eſſen, Cben dieſe zerquet- ſchert, und als ein Breyumſchlag aufge- legt, ijt oftmals in krebgartigen und an- dern alten äußerlichen Geſchwüren, nüßlich gewöſen. Es ſind auch eben dieſe Wur- zeln ein Werwahrungsmittel gegen den Kropf oder Oruſe der Pferde, wenn ihnen

rx 4 Tage lang, mit dem Haber 2 Hände voll recht klein geſchnittene Mohr-

rüben gegeben werden.

Der zuvor angerühmte Syrup wird alſo DIe Man nimmt die beſten und größten Wurzeln,(die lange röthlichte Art iſt die beſte,) ſchabt ſie ganz rein, wirft ſie in einen Keſſel mit kochendem Waſſer, und läßt ſie meiſt gahr, aber nicht zu weich, kochen, nimmt ſie heraus, und läßt ſie falt werden, Alsdann werden ſie über einem Zuber, oder einem andern reinen Geſchirr, auf dem Reibeiſen klein gerie- ben. Das Geriebene wird durch einen leinenen Beutel gepreßt, und das Durch» gepreßte entweder abermals durch eine reine Leinewand, oder durch ein Haarſieb,

Möhre 2

g8goſſet. Dieſes Durchſeihen kann man, tm den Saft zu reinigen, ein- oder zwey- mal wiederholen, Der Saft wird hierauf zum Kochen in einem Keſſel übers Feuer geſeßt, während des Kochens, ſv lange ex fußig iſt, fleißig abgeſchäumt und beſiäns- dig umgerührt. Go wie derſelbe einzuko- dien anfängt, braucht man nur mäßiges, am beſten gutes Kohlenfeuer unter dem Keſſel zu halten, und fährt ſo lange, bis der Syrup ſeine Conſiſtenz hat, mit dem Umrühren fort, Zuleßt füllet man, dey» ſelben in ſteinerne Krufen, und verwahret ihn zum beliebigen Gebratche.

2) ÜUlauritaniſche Nlohrrübe mit einer fleiſchichten Centralbiürche, D Mauritanicus L,, iſt der vorhergehenden faſt ähnlich, der Stengel aber iſt mit ſtei fen Haaren oder Borſten beſeßt; auch iſt die Dolde größer, 4. in dem Mittel- punkte derſelben ſißt ein fieiſchichtes', dun- fkolpurpurfarbenes, größ: res III

3) Glartſaamichre QIöhre, D.

Viſnaga L. Vaterl.: Der Berg Liba-

non und das mittagige Europa. Der glatte gefurte, auf frechtſtehende Stengel wird 10 fahr 3 3. boch. Die Spanier gebrauchen die Stiele der Dolden zu Zahn- ſio<ßern, und die Pflanze iſt daher unter dem Namen Spaniſcher Zahnſtocher befannet,

4), Srachlichte Möhre, D. muri- catus-L, Waterl.:-. Mauritaänienz iſt faſt der erſten Art ähnlich, Der Haupt- unterſchied zeiget ſich in dem Eaomen,

: welcher der 2änge nach, mit 4 ausgezack-

ten, und vor der Reife röthlichten Flügeln beſeßt i(t.

Die Cretiſche Möhre, oder der WMiöbrenFummel, Candiſcher t76b- rentümmel,- Cretiſcher Vogelneſt ſaamen, D, Greiien oflicin,, fann nicht

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