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groß zu nennen; die weißen, weichen und fetten Wurzeln werden von einigen zum Salat gebraucht.
4) Glattes Weiderichröslein mit eyjörmitgen, austgezahnten, einan- der gegenüber geſtellten Blättern, E. montanum L., wächſt in ſchartigen Wäldern; auch zuweilen um die Dörfer, Die Blumen ſind klein, blaß purpurfar- big; die Blumenblätter aber tumpf, herz- förmig geſpalten.
5) Vierecxiges Weidetichröslein mit lanzetföormitgen austgezahnten glatten Alättern, E, tetragonum L,, wächſt in ſumpfigen Wäldern. Screntel: dünn, viereckig; Blumen: an den obern Theilen des Stengels und der Zweige, klein, ſchön roth, im ganzen Sommer.
6) Ganzblärteriges Weiderichrös- lein mit geſpaltenen Blumenblät- ternundaufgerichteren Stengeln, E. Paluſtre L., wächſt häufig in Sümpfen und Gräben. HSlumen: röthlich, im May, Jun, und Jul,, in Gärten auch oft noch im Herbſte,
- Weinſtock, der edle. Von dieſem findet man eine große Anzahl von Spiel- arten, welche, ſo wohl der Zeit nach, wenn die Trauben reif ſind; als auch in Anſehung der Größe und Geſtalt der Trau- ben und Beeren, ihrer Farbe, des Ge- ſchmacks und Nußens, zuweilen auch den Blättern nach, unter ſich verſchieden ſind. Wegen der Reife unterſcheidet man die früh» zeitigen und ſpäten Sorten. Bey uns rei- fet kein Wein vor dem September; die mehreſten Trauben kommen in unſern Ge- genden erſt im October zur Vollfommen- beit; viele reiſen auch erſt im November, Es ſchi>en ſich alſo für hieſige Gegenden die ſpäten Sorten gar nicht, weil ſie, aus
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Mangel der Sonne, nicht zur Vollfom- menheit gelangen fönnen. Im Anfange ſind alle Beeren grün; wenn ſie aber zu ihrer Reife gelangen: ſo verändern ſie ihre Farbe mehr oder weniger. Bey einigen bleibt die grüne Farbe, und fällt nur etwas ins Weißliche, und dieſe nennt man grü- ne; bey andern verändert ſich das Grüne ins Gelbe, und dieſe nennt man gemeinig- lic) weiße Trauben, wie der weiße Tre« miner, und der weiße Muſcateller. Dieſe weißen Beeren pflegen an der Sonnenſeite braun zu werden, welches dann ein Merke mal der völligen Reife iſt; andere aber werden über und über braunröchlich, als der braune Treminer und der rothe Muſca- teller; andere fallen ins Schwärzliche, und ſind mit einem blauen Staube bede&t, und dieſe nennt man blay. Wenn die blaue Farbe recht dunkel wird: ſo nennt man ſie ſchwarz. Ferner iſt der Saſt verſchieden, bald dier, bald dünner. Bey einigen Trauben zerfließt ſolcher'gieich auf der Zunge, als bey dem Ricßlingz; bey andern bängt ſolcher wie Gallert zuſammen, als am Muſcateller. Zum Cſſen hält man dieſe, welche man fleiſchi nennt, für die beſten z zum Weine hingegen haben die ſaftigen einen großen Vorzug. Noch weiter iſt der Geſchmack verſchieden. Es iſt ſolcher zwar bey allen etwas ſäuerlich; je mehr ge- mäßigt aber die Säure iſt: deſto beſjer ſind die Trauben. Schmeckt der Saft wirklich ſauer: ſo taugen die Beeren nichts. In einigen iſt der Saft muſkirt, dieſe nennt man ÜDuſcateller. Weil dieſe Trauben, wenn ſie recht reif ſind, eine ſehr angeneh» me Süßigkeit haben: ſo pflegt man ſolche vielen andern vorzuziehen; aus dem Ge»- ſchmacke kann man auch die Benußung der Trauben beurtheilen, Diejenigen, wel- ye angenehm und ſüß ſchmecen, geben
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