Teil eines Werkes 
4 (1799) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 4
Entstehung
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Weinſßi

groß zu nennen; die weißen, weichen und fetten Wurzeln werden von einigen zum Salat gebraucht.

4) Glattes Weiderichröslein mit eyjörmitgen, austgezahnten, einan- der gegenüber geſtellten Blättern, E. montanum L., wächſt in ſchartigen Wäldern; auch zuweilen um die Dörfer, Die Blumen ſind klein, blaß purpurfar- big; die Blumenblätter aber tumpf, herz- förmig geſpalten.

5) Vierecxiges Weidetichröslein mit lanzetföormitgen austgezahnten glatten Alättern, E, tetragonum L,, wächſt in ſumpfigen Wäldern. Screntel: dünn, viereckig; Blumen: an den obern Theilen des Stengels und der Zweige, klein, ſchön roth, im ganzen Sommer.

6) Ganzblärteriges Weiderichrös- lein mit geſpaltenen Blumenblät- ternundaufgerichteren Stengeln, E. Paluſtre L., wächſt häufig in Sümpfen und Gräben. HSlumen: röthlich, im May, Jun, und Jul,, in Gärten auch oft noch im Herbſte,

- Weinſtock, der edle. Von dieſem findet man eine große Anzahl von Spiel- arten, welche, ſo wohl der Zeit nach, wenn die Trauben reif ſind; als auch in Anſehung der Größe und Geſtalt der Trau- ben und Beeren, ihrer Farbe, des Ge- ſchmacks und Nußens, zuweilen auch den Blättern nach, unter ſich verſchieden ſind. Wegen der Reife unterſcheidet man die früh» zeitigen und ſpäten Sorten. Bey uns rei- fet kein Wein vor dem September; die mehreſten Trauben kommen in unſern Ge- genden erſt im October zur Vollfommen- beit; viele reiſen auch erſt im November, Es ſchi>en ſich alſo für hieſige Gegenden die ſpäten Sorten gar nicht, weil ſie, aus

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Weinſt S77

Mangel der Sonne, nicht zur Vollfom- menheit gelangen fönnen. Im Anfange ſind alle Beeren grün; wenn ſie aber zu ihrer Reife gelangen: ſo verändern ſie ihre Farbe mehr oder weniger. Bey einigen bleibt die grüne Farbe, und fällt nur etwas ins Weißliche, und dieſe nennt man grü- ne; bey andern verändert ſich das Grüne ins Gelbe, und dieſe nennt man gemeinig- lic) weiße Trauben, wie der weiße Tre« miner, und der weiße Muſcateller. Dieſe weißen Beeren pflegen an der Sonnenſeite braun zu werden, welches dann ein Merke mal der völligen Reife iſt; andere aber werden über und über braunröchlich, als der braune Treminer und der rothe Muſca- teller; andere fallen ins Schwärzliche, und ſind mit einem blauen Staube bede&t, und dieſe nennt man blay. Wenn die blaue Farbe recht dunkel wird: ſo nennt man ſie ſchwarz. Ferner iſt der Saſt verſchieden, bald dier, bald dünner. Bey einigen Trauben zerfließt ſolcher'gieich auf der Zunge, als bey dem Ricßlingz; bey andern bängt ſolcher wie Gallert zuſammen, als am Muſcateller. Zum Cſſen hält man dieſe, welche man fleiſchi nennt, für die beſten z zum Weine hingegen haben die ſaftigen einen großen Vorzug. Noch weiter iſt der Geſchmack verſchieden. Es iſt ſolcher zwar bey allen etwas ſäuerlich; je mehr ge- mäßigt aber die Säure iſt: deſto beſjer ſind die Trauben. Schmeckt der Saft wirklich ſauer: ſo taugen die Beeren nichts. In einigen iſt der Saft muſkirt, dieſe nennt man ÜDuſcateller. Weil dieſe Trauben, wenn ſie recht reif ſind, eine ſehr angeneh» me Süßigkeit haben: ſo pflegt man ſolche vielen andern vorzuziehen; aus dem Ge»- ſchmacke kann man auch die Benußung der Trauben beurtheilen, Diejenigen, wel- ye angenehm und ſüß ſchmecen, geben

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