Weid
ſich ſpikig, am Rande völlig ganz; Bly- men: flein, blaßrötchlic) oder weißlich- grün. Der Name Blurkraur bezieht ſich ſonderlich auf die Kraft dieſer Pflanze wider die Blutrflüſſe.
QWBeide, ein Baum, der zwar unter unſre ſchlechteſten Holzarten gerechnet; uns aber, wegen ſeiner ſehr beträchtlichen Be- nußungen, unentbehrlich iſt. Jm gemei- nen Leben pflegt man die Weiden nach ih- rem Nußen, Gebrauche, Wachsthum, ih- rer Größe und Geſtalt zu unterſcheiden, Man unkerſcheidet nämlich die zähen oder Zandweiden von den Bruch- oder Anack- oder Sprockweiden. Dieje- nigen, welche ihre Blüche vor dem ausbre- henden Laube bringen, nennt man Werf- weiden, Palmweiden und Sohlwei- denz hingegen nennf man die, welche mit dem ausbrechenden oder ausgebrochenen jungen und wachſenden Laube blühen, ins- gemein Weiden, Die Vermehrung ge- ſchiehet am geſchwindeſten ohne viele Kunſt durd) Zweige, die zu 5 Ellen lang, unter» wärts wie ein Rehfuß abgehauen, ober- wärts abgeſiitßt, von allen Nebenzweigen entledigt, und entweder ſogleich in ihre 26- er gebracht, oder einige Tage mit ihren dickſten Enden zuvor ins Waſſer gelegt werden; bey deren Pflanzung man aber
vorzüglich dahin zu ſehen har, daß die Rinde.
an dem Theile, der in die Erde kommt, nicht beſchädigt ſey. Um dieſe ſogenann- ten Seßweiden am beſten einzuſeßen: macht man entweder große Gruben, oder ſticht, vermittelſt eines eiſernen ſogenann- ten Weidenpflanzers, nur Löcher in das Erdreich, Das letßte Verfahren iſt zwar leichter; aber weniger gut, als das erſte, weil die in einen feſten gepreßten Boden geſte>ten Seklinge, wenn der Boden nicht Vet. Regllexicon 1V, Theil,
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ſehr feucht und loer iſt, leicht ausbleiben. Die beſte Zeit iſt der März und April; Einige aber laſſen die Seßlinge bis in den May hinein ſo lange im Waſſer liegen, bis das unterſte Ende völlig Wurzeln ausge« krieben hat. Dieſe gehen am gewiſſeſten fort, wenn bey dem Einſeßen ſo behutſam verfahren wird, daß die ſehr brüchigen jun gen Wurzeln nicht abgebrochen. werdenz weshalb die lockere Erde um ſolche Wurzeln ſehr leiſe und ganz klar gebröcelt werden muß, weil ſie ſonſt abbrechen, wenn eine feſte Erde darauf geworfen wird. Sehr gut iſt es, wenn der über die Erde hervor- ſtehende Seßling mit Moos oder Stroh bewickelt wird, weil ſolcher, wenn der May trocken und heiß iſt, gern zurückgeht und vertrocknet; kommt noch außerdem hinzu, daß bey den ſo ſpät eingeſeßten Stecklingen die Erde mit Waſſer angegoſſen,„aber nicht mit den Füßen angetreten wird, als wopon die brüchigen Wurzeln zerbrechen müſſen: ſo wird man ſich einen deſto beſſern Erfolg zu verſprechen haben,
Weiderich, ein Pflanzengeſchlecht, welches man durch Beynamen unterſchei- detz obgleich ſolche nicht auf alle Arten, ſonderlich in Anſehung der Farbe, paſſen,
A, Brauner Weiderich,
1) Gemeiner brauner Weiderich mit lanzetförmitzen Blättern, und zwölſfädigen Blumen, Purpurwei- derich, blauer 8iichsſchwanz, Blut- Fraut, Lythrum Salicaria L., wächſt überall an den Bächen, um die Gräben und in feuchten Niederungen, und blühet im Jul. und Aug, GStentel: zahlreich, purpurröchlich, 3= 4= 5 F. hoh; Blys men: ſchön röthlich- purpurrotb. Die ganze Pflanze erhält, wenn ſie ſich dem Abſterben nähert, eine rothe Farbe, Sie
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