Teil eines Werkes 
4 (1799) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 4
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen

Nachtſ

wächſt überall, und iſt in den Gärten ein beſchwerliches Unfraut. MBiätter: ey» rund, gezähnt-winklihe. MSB'umen: an den Seiten der Zweige, weiß, hinter- laſſen ſchwarze oder anders gefärbte Bee- ren, wornach die verſchiedenen Abarten zum Tyeil benennet. werden. Dieſe Pflanze beſißt eine ſchmerzſtillende oder einſchläjern- de, wohl gar ſchädliche Cigenſchaft, und wird daher unter die Giftegezählet. Man geht alſo am ſicherſten, wenn der innerliche Gebrauch gänzlich) vermieden, und nur die friſchen Blätter, zerquetſcht als ein Um- ſchlag, oder der ausgepreßte Saſt äußer- lich bey Entzündung, ſchmerzhafter güld- ner Ader, verhärteter Geſchwulſt und frebsartigen Geſchwüren, und überhaupt da angewendet werden, wo man etwa das Tollfraut empfiehlt, welches lektere. aber doch ſtärfer wirkt, Die Beeren ſollen Füchſe und Wölfe gern freſſen,

2) Strrauchartiger Fkletternder TTfachtſchatten mit ganzen und drey- fachen Hläctern, ſteigender L7acht- ſchatten, Buterſüße, Hinſchkraut, Aipranken, Aifranken, Liäuſeholsz, wilde Stickwurz, wild je länger je lieber, Solanum ſcandens, Solanum Dulcamara L. Väatcerl.: Deutſchland, an den Gräben und Dämmen, in feuchten Gebüſchen, auch wohl in gutem Grunde, um die lebendigen Zäune, iVurzel: hol- zicht und ſtirk, in vieie Aeſte verbreitet, und mit Zäſerchen beſekt. Stengel oder Ranken: ſtark, holzicht, dauerhaſt, Flettern mit ihren. Zweigen an allen neben- ſehenden Bäumen und Sträuchern hin- auf, und faſſen überall Wurzeln, wo ſie auf feuchtem Boden zu liegen kommen, Sie ſind anfangs grün, und befommen nach und nach eine aſchfarbene, endlich ſchwarzgraue Rinde,- Blätter; langge-

Nachtſ

ſtielt den Blumen gegen über geſtellt, un- terwärts an den Ranken völlig ganz, herz- förmig zugeſpißt, oberwärts aber in drey, auch nur in zween Lappen abgetheilt, und gleichſam ſpondenförmig. Der nackende, gemeinſc<haftliche"Blüchttiel treibt ſeitwärts aus den jungen Zweigen, und theilet ſich in kurze, gabelförmige Zweige, an wels- den die Blumen büfcheiweiſe hangen. Die Blüchzeit iſt vom Jul. bis zum September. Die Einſchnitte des Kelches ſind kurz und braunroth, das Blumenblatt blau, violett oder auch weiß, und in der Miitte um die Etaubfäten mit 10 belle grünen Puncten gezieret. Die Beoren ſind eyjörmig und roth, Man hat Spiels arten mit weißen Blumen; eine mit ver- goldeten und eine andere mit verſilberten Blättern, welche aber im Scherbel unter- halten, und den Wintex über in ein gemeis- nes Glashaus zu ſeßen ſind, indem die Blätter im ſfreyen Lande gar leicht die nas türliche Grüne wieder annehmen,

Es kann dieſe leßtere Pflanze auf man- <erley Art nüklich ſeyn. Die tief unter ſich gehenden Wurzeln können bey Woſſer- daminen mit eingelegt werden, weil ſie quk

in der Jiäſſe dauern, den Grund bewure

zeln, aus der größten Tiefe heraus und wieder herunter wachſen, und Schlamm und Srde zwiſchen ſich aufnehmen, Das Holz von den Ranken iſt g-lblicht und« he, und wird zu feinen Reifchen, auch zum Kordflechten gebraucht. Die Schale hat im friſchen Zuſtande einen widrigen Ge« ruch, der den Kopf etwas einnimmt, und einen bittern Geſchmack, der ſich unter dem Kauen in eine unangenehme Süßig- feit verwandelt, welches alles aber ſich bey der trocknen Rinde gänzlich verlieret. Wes gen des widrigen Geruchs heißt das Holz Hlgnſedoiz; es vertreibedie friſche Pflanze

Ratten

<= 4m m

EISEN|

mD---<p"