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haben bey uns 2 Gattungen, die große und kleine Nachtigall.. Jene iſt etivas größer, und man nennet ſie: gemeiniglich Sproſter,
Die kleine Nachtigall wird aber wegen ih-
rer mehr lieblichen Stimme vorgezogen, Sie nähren ſich von allerley Würmern und Juſecten, von Ameiſeneyern, auch ſuchen ſie die kleinen grünen. Baumrauyen für ihre Jungen; w-shald man der Nachtigal- len mit dem Cinfaung n und Halten in den Käfichen verſchonen ſollte. Wie viele tau- ſend Megen Ameiſeneyer mögen wohl aus den Waldungen aufgeſucht, und als Nach- tigallfureor in den Städten verkauft wer- deu! Wenn das ſo fortgebt: ſo wird ein Juſect vermindert oder wohl gar ausgerot-
tet, wovon doh bekannt iſt, daß ſelbiges,
wie andre Raupen, alſo auch beſonders die zn unſsxn Tagen uns fo ſchädlich geworvene Fichtenraupe„ verzehrte. Jm gegenwär- tigen Jahre ward das Wegfangen der Nachtigallen oder Ausnehmen iyrer Jun- gen im Preußiſchen. bey 5 Rehlr. Strafe für jeden Uebertretungsfall verboten,
Nachtkerze, Onogram Tourn. oder Oenothera L. Gelber Wei- Drich iſt zwar ein mehr bekannter Jia- me; dieweil aber mehrere Geſchlechter dieſen Namen führen: ſo iſt jener lieber zu wählen. Von den mancherley Arten erwähnet man hier*
1) Die zweyjährige L7achrtferze mit boiſtigem Strengel, Garten- oder Sranzöſtiche Rapunzel, Rüb- rapunzel, gelber Gartenweidrich, Rapuntika, Oenothera biennis, Rha pon ica« Nachtkerze heißt man die Pflan- ze, weil ſie nur gegen Abend und des Nachts ibre vier hellgelben Blumenblätter bor einem nichte unangenehmen Geruch ausbreitet» Sie gereichet unſern Blumen
Nachtk
gärfen zu einer nicht geringen Zierde, Aber auch in den Küchengärten verdient ſi meby als andere Gewächſe einen Piaß, weilt ihre langen, dicken und geraven Wur- zeln roh mit Del und Cſſig, oder in Scſjei- ben zerſchnitten, auch an Fleit gefocht, eine wohlſchmeckende Speiſe abgeben. Sie iſt aber eine zweyjährige Pflanze und geht aus- wenn ſie ihren reifen Saamen ge- bracht hat. Ais Küchengewachs betrach tet, wird fie gewöhnlich und am beſten im Herbſte ſogleich, wenn der Saame reif iſt, von andern aber erſt zu Anfange des Jun. in allerley Grund und Boden geſäetz der Saane wird ganz dünne ausgeftr uel wenn aber die Pflanzen dennoch zu vicht aufksmmen ſoliten: ſo müſſen ſie dergeſtalt verdünnt werden- taß jede Staude, weil ſie gewöhnlich ſtark wachſen, wenigſtens 5.-- 6 Zoll Naum habe, fich auszubrei- ton. Site bleibe gleich an dem Orte, wd fie geſäet iſt, ſtehen, weil fie das Werſe ßen wege ihrer langen Wurzel nicht ver- trägt. Gegen den Winter werden die Wurzeln byauchbarz ſie bleiben es aber im Fünftigen Sommer nicht länger, als bis vie Saamenſtengel anfangen hervor zu ſchießen. Wenn man dieſe nicht gleich abbricht, werden ſie ſiockig und unbrauch- bar. Doch hilft auch öfters nicht einmal das Abbrechen. Alle Saamengehäuſe wer- den nicht zugleich reif; man muß- dahbey, unt die ſtarfe und läſtige Vermehrung der Pflanze zu vermeiden, darauf aufmerkjam feyn, und die Saamenkopſeln ſogleich, wenn man ihre Reife gewahr wird, nc< und nad) einſammeln,
2) Rleinblumichte LrTachtkerze, mit achttbeiliger Srucht, O. par- viflora L., if, außer der'Blüche, der vo- rigen Arft ganz ähnlich. Die Bluwmeit-
blätter
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