Teil eines Werkes 
4 (1799) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 4
Entstehung
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Mutterl

- Mutterlauge, Heckiauge, Sal- petermutter, Mater nitri, iſt nichts anders, als die übrig gebliebene Lauge, aus welcher bey dem Salpetermachen fein Salpeter mehr zu Cryſrallen anſchießen will. Es wird daraus die in der Heil» kunſt bekannte Magneſia bereitet,

Myrtenbaum, Myrten, Myr- tus communis, ein ſehr befanntes Pflanzengeſchlecht, deſſen verſchiedene Ar- ten gemeiniglich unter der Drangerie in den Gärten gehalten, und eben wie dieſe ge- wartet werden. Die Wermehrung geſchie- het aus den ſchönſten und geradeſten Able» gern oder Zweigen den Semmer uber, Die Zweige ſteckt man insgemein in- pfe, welche mit einer leichten fetten Erde erfüllt ſind, oder auf eine ſchattichte Ra- batte. Die Bäume verſeßt man fleißig im Frühjahre, erwählt aber hierzu nie- mals allzu große Töpfe, und lockert beym

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Verſeßen die dicht unter einander, und in einen Pelz verwachſenen Wurzeln ſorgfäl« tig auf, Wenn ſie den Sommer über all» zu ſehr der Sonne ausgeſest ſind, werden ſie ſeiten reichlich blühen; welches aber um deſto eher geſchiehetr, wenn ſie einigen Schuß vor der Sonne haben. Die Bluüth- zeit fällt bey uns gemeiniglich zu Ende des Sommers. Im Winterhauſe verlangen ſie wenig Wärme, mehr Luft und öfreres

- Begießen. Einige laſſen ſich dur< den j 3|

Schnitt, wie Pyramiden, Kugeln, und in andere Geſtalt, ziehen. Aus dem Safs= te der Früchte wird-ein einfacher Syrup gemacht, deſſen ſich einige Aerzte beym Durchfalle, dem weißen Fluße, auch bey Blutflüßen bedienen- Der Trank von Muyrtenblättern giebt ein gutes Gurgel waſſer 3 dient auch zur Befeſtigung der Zähne; auch kann man davon Bähungen machen, um die ſchlaffen Gelenke und Nerven zu ſtärken,

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NW.

Irabe, das ausgebohrte Holz in der Mit- te des Rades, worinn von außen die Spei- <hen ſieen, und wodurch die Achſe geht, Man braucht dazu Cichen- Rüſtern- und Eſchenholz. Cs beſteht die Nabe aus 3 Theilen, nämlic) der vordern dünnen Röhre, den walzenartigen Haufen in der Mitte, worinn die Speichen ſiecken, und dem dünnern Vorſtoß hinter den Haufen, der an dem Geſtelle des Wagens auf der Achſe läuf. Da- mit ſich die Nabe inwendig nicht aus» laufe, wird von dem Grobjchmide ein ei- ſener Rinten eingeſchlagen, welchen man

die Büchſe oder Buchſe nennet. Die andern Ringe, damit die Nabe von außen belegt wird, heißen die Liabenrinkenz die beyden großen Ringe aber auf der Nas» be, die beyderſeits den Speichen am näch= ſten ſind, nennet man Speichenrinke;z hingegen denjenigen, womit die Nabe im kaufen an die Achſe ſtößt, den Stoßrin- Pen. Da die Nabe die ganze Laſt des Wagens zu tragen haf: ſo muß gutes, fe- ſtes Holz dazu genommen werden. Holz von überalten Eichen, welches nicht zähe, ſondern brüchig iſt, taugt nicht dazu, Ei- <jen vom Mittelalter, oder noch jünger,

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