Teil eines Werkes 
4 (1799) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 4
Entstehung
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Mutterk

Schmidt die Löcher zu den Schraubenmüt- tern vorſchläge, indem er das vierkantige' Stück Citen, woraas eine Schräauvenmut- ter entſteheit ſoll, mit der ſtumpfen Spi- ke des Mutterhammers durchſchlägt, und nachher die Schraubengänge mit einer ſtäh» lernen Schraube drehet,

Mutterforn, Rankkorn, Mut- terzavien, Hahneſporn, ein ſehr langer, dicker 5 unächter unfruchtbarer und ungeſtallter Saame im Getraide, au8- wendig ſchwarz, inwendig weiß und bläu- lich 3 eines" ſüßen und etwas geilen We- ſchmacks, und went ey trocken, weit här- ter» als das natürliche Korn. Da: der- gleichen fehlerhafte Körner häufig gefunden werden, wenn ſich viele Brachkäter an den Roggenähren ſehen laſſen: ſo will man die Eniſſg ung ſolcher Körner dieſen- ferm zuſ,; te oder unbeſruchtete Saamenkorw an'- und aufbeißen daß ſolches durch die unordent? lich und ſtärfer eindringenden Säfte wi- dernatüriich auſgetrieben wird» Es kan aber auch wohl ſtarks Dürre zur Bliichzeit,

nd darauf folgende anhaltende Ziäſſe zu dieſem Mißgewachte Gelegenheit geben. Veber die Wirkung des Mutterkorns im menſchlichen Körper iſt in neuern Zeiten viel Streit entſtanden, da Einigs dem uns tex das gejunde Korn mit gemahlnen und genoſſenen Mutterforne einen daraus ent- fiehenden Schwindel, wunderliche- heſti- ge, krampfartige Zufälie, und beſonders die ſogenannte Kriebelirankheit zuſchrefvben wollen 3. Andere haben das Gegentheil be- ſonders dadurch zu erweiſen geſucht, daß ſie es den Hüßnern und Lauben ohne Shas den freſſen, auc?) das geſtoßen? Mutterkorn mit Roggenmehl verſeßet, und mit einait» der ſäuern, knäten und baten, auch davon

reiben- ba-ſig das zart beſruchte-

Mutterk

ein nicht übel ſc<meckendes Brodt oßne al- len übelit Erfolg von' Menſchen verſpeiſen laſſen: Cs möchte aber? hiebey wohl zu ers innern ſeyn, daß in Anſehung der Menge des beygemiſchten Mutterforns", wie auch der Menſchen, welche das davon geba>ene Brodt genießen, ein großey Unterſchied" zu machen ſeyn durfte, ſo wie auch in An- ſehung der Zeit, ob dergleichen Brodt ein ganze3 Jaber hindurch, oder nur einige Tage und Wochen, gegeſſen wird. Wenn aber, wie zuvor geſagt worden, das Mutz terforn gemaßlen oder geſchroten, mit gu- tem Korne vermiſcht, dem Gefiügo! oder andern Thieren ohne Echaven gefüttert werden. fann, warum wollte man ſel<hes Mutterkorn zu ſol<hen7 Gebrauch nicht lie- ver ausſichten und von den guten Körnern trennen? inden? jenes viel zu groß iſt, als daß es in einem hierzu dienlichen Siebe mit hindurch fallen föäante»

Mutterfrauf, Matricaria. Die Arten dieſev- Gattung: ſind dauerhafte, frantartige theils perennirende, theils einjährige, meiſtens aufrecht wachſende Pflanzen»

1) Gemeines Miutterbraunt, Viet- terich, Seberfraut 2c, M. parthent= cum L Datferl.: Europa, in geboues tem Lande, und im Steingrunds wilds- wachſend» Wurzeln: ſehr zaferig, ge»

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drängt bey einander liegend» MAlätter; zahlreich): zuſommengzeſeßs. GEteinFei

an'alten Seiten äſtig, 2-3 5. boch, mit flachen Blättern, weiche aus efwa ſieben eyrunden, in viele Fumpfe Abſchnitte eins geſchnittener, gelblich grünen Blättern zuſammengeſeßs ſind» MSilumenz in Menge, weiß, die Scheibe gelb, im Jun, Saanen?-.in Menge, reif im Sept, Abänderungen ſürx die Blumengärten:

C 3 a) mit