Teil eines Werkes 
4 (1799) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 4
Entstehung
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19 Mulbeng

eourant geleiſtet und angenommen werden. Zahlungen unter zehn Thalern müſſen, im Mangel näherer Beſtimmungen, ganz in Scheidemünze, und unter dreyßig Tha» lern halb in Courant, halb in Scheidemün- ze angenommen werden. Auswärtige Munzſorten iſt der Gläubiger nur alsdann in Zahlung anzunehmen ſchuldig,- wenn ſie ausdrücklich verſchrieben ſind, oder durch die 2and-8geſeße Cours' erhalten haben. Bey Zahlungen, die in hieſigen Landen zu leiſten ſind, fann der Schuldner auswär- tige, in hieſigen Landen nicht curſirende, Wünzforten zu entrichten niemals gezwun- gen werden, usgenommen iſt der Fall, wenn auswärtige Münzſorten als Waare gefauft worden, und dem Käufer abgelie- fert werden jollen. Bey Willenserklärun- gen wird, wenn bey der Geldſumme nichts

- ausgedrückt iſt, im zweifelhaften Falle die

an dem Orte, wo die Zahlung geſchehen ſoll, gangbare Münze verſtanden. Ueber- haupt iſt anzunehmen, daß dergleichen Bertrag auf Silbercourant geſchloſſen wor- den. Nur in Fällen, wo es feines ſchriſt- lichen Contracts bedarf, iſt der Beweis, daß eine andere Münzſorte verabredet wor- den, zuläßig. Geldzinſen müſſen in der- jenigen Münzſorte bezahlt und angenom- men werden, in welcher der Unterthan die öffentlichen Abgaben zu entrichten har, 4-2. R. Th.L- Tit XVL 8.74.-- 80. Th.1. Tit.V. G56. 57. Th, Tit, VILS. 482 ff.

Muldengewölbe, ein Gewälbe, das in der Micte platt, von allen vier Sei- ten aber nach einem Viertelszirkel ge- frümme iſt,

Mundſiück, Gebiß, das Stüc eines Pſerdezaumes, weiches dem Pferde ins Maul gelegt wird, wenn man ſolches

Mundt

auſzäumet und damit regiere, Es giebt deren, nach Art der Pferde und ihres Ge- brauchs, verſchiedene Gattungen. Junge und rohe Pferde zum Gehorſam zu brin- gen, braucht man Jeſchloſſene Thiund- ſtücke oder Hobluebiſſe, auch Ülun« cHnertMundſtüce genannt. Ihre Größe oder Weite muß ſich nach der Beſchaffen- heit des Mundes richten; ſie müſſen auch) ſchon vorher an andern Pferden gebraucht worden, auch nicht'ungelenk und ungang- bar ſeyn, vielweniger noch einen Geſchmack vom Werzinnen haben, als welchen man mit Salz abreiben und verbeſſern muß. Die Arbeit daran muß glatt und gleich ſeyn. Außerdem hat man noch VWalzen-= mundſtücke, gekröpftre, gedrebere, Rappenmundſtücke 2c, Alle Mundſtü- de aber ſtimmen darinn überein, ſie mögen hohl oder maſſiv ſeyn, daß ſie aus zween Theilen, die entweder aus einem Ganzen zufammen geſchmiedet ſind, oder in der Mitte beweglich zuſammen gehangen wer- den, und gemeiniglich aus Walzen beſtes ben, die aber vielerley Geſtalt annehmen, und bald Oliven-, bald Melonen» bald Glocken= 1c. artig ſind, Unter ſolchen ſind die glatten beſſer, als die eingeferbren, weil ſich nicht ſo viel Schleim darein leger, und auch ſauberer gehalten werden können, die- nen auc) für Pferde, die klein und ſeichte vom Maule ſind, und fleiſchichte ſtarke Backen haben; veranlaſſen ferner, daß ein Pferd damit ſpielen, und dadurch ein feuch« tes Maul erhalten kann. Je größer und Fleiner die Walzen ſind, je mehr und we- niger greifen ſie an. Die Melonen- und Birnenwalzen gehören für große und weit- mäulige Pferde, und die das Maul krüm- men; denn ſie machen, daß ein Pferd nicht ladenwund wirdz nur iſt in Acht zu nehmen, daß ſie nicht neben den Laden

im

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