Teil eines Werkes 
4 (1799) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 4
Entstehung
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Münze

Hirſchmünze, M. cervins, ſchmalblät- critte, oder Zirſchpoley, mit purpur- rothen Blumen,

Wenn man von dieſen Pflanzen für den Blumengarten eine außerordentliche Schön- Heit in Unſehung der a, oder der H der Blärter antriſſt: ſo ſchneide man von denſelben Zweige ab, und ſtecfe dieſe in 6 Z. langen Stücen auf eine ſchattige "Rabatte- wozu eine feuchte Witterung im May oder Jun, am beſten iſt, und pflanze dieſelben- durch Zweige, oder durch Zertheilung fo

Die WEHEN ten fönnen als Arzney- mittel nüßlich gebraucht werden 3 vorzüg- lic) ſchien ſich dazu die vierte, fünfte und achte. Außerdem haben ſie, was bey der Pfeſſermünze ſchon geſagt worden, eine nervenſtärfende und zertheilende Eigen- ſchaft, und werden ſowohl äußerlich tro- Fen, oder mit Waſſer und Wein abge- focht, oder das mit Baumöl bereitete Oel, als auch innerlich als Thee, oder das da- von abgezogene kräftige Waſſer und Oel, gebrauchet. Sie ſtärken die Eingeweide, ſtillen das Erbrechen und die Colikſchmer- zen, kreiben die Bläßungen aus, und ſchi- den ſich deswegen vortrefflich bey ver Muk-: terbeſchwerung, Sie zertheilen das ſto- dende Goblüte, und werden bey äußerli- <n Cntzündungen, verhaltener Monats- zeit und mangelndem Abgang der Unrei- nigfeiten bey Kindbetterinnen nüßlich ge- vrauchet.

Unter die beſondern Eigenſchaften gehs- ret vorzüglich die Kraft, das Gerinnen der Mild) zu verhindern, und die geron- nene zu zereheilen. Man pfleget"Dou bey Kindbetterinnen die friſchen Blätter, oder einen davon bereiteten Umſchlag auf die Brüſte u HIE um die Milch aufzu- löſen, auch kleinen Kindern das abgezo-

Gek, Regllexicon 1V, Theil,

Münzſ T7

gene Waſſer einzugeben, oder die Herz- grube mit dem Dele zu beſtreichen, um das ſ6 ſchädliche Gerinnen der Milch iu dem Magen zu verhindern,

Ein anderes Geſchlechte, zum Unter- ſchiebe der wahren Münze, pfleget man Zergmünze, Calamintha,zu nennen, Movon wir bier d die gemeine Art anführen. 1) Kleinblömichte Zergmünze, Zertgacermünze, wilder Poley, Ca- Jamintha vulgaris et oficivar. Meliſſa Calamintha L. Die Pflanze gehöret in den bergichten Gegenden in Jtalien, Spa- nien und Frankreich zu Hauſe, iſt 2--3 3- boch, und überall mit Haaren beſeßt. Die Blumen ſind auf eine Seite gerichtet, Des Blumenblattes dünne Röhre iſt weiß, der Umfang röchlich, und die untere Lippe mit dunkelrothen Puncten geziert, 2) 20068 1umichre ZDergmünze, Cala- mintha grandilflora L. Dieſe Art unter» ſcheidet ſich von der verhergehenden durch die Bläiter, die alle länglicht, zugeſpißt, und am ganzen Rande eing:kerbt ſind, Beyde Arten werden in Gärten im freyen kande ohne alle Wartung unterhalten, und beſiken gleiche Krüfte, welche von der wahren Münze nicht fehr verſchieden ſind.

Muünzſorte, Art der Münze nach Schrot und Korn, 3, B. Thalerſiücken, Eindritcelſtüfen u.f w.

Wenn es zweifel Münzſorten eine 2 Zahl ſo muß in der Regel auf den Deitpunet g= ſehen werden, wo. das Recht des Gläubi- gets, aus welchem er die Zahlung for- dert, zuerſt entſtanden iſt. Jede Zahlung muß, wenn nicht beſondere Werabredun- gen over Geſeße auf Gold oder Scheide- münze vorhanden ſind, in dem zur Zah- lungszeit gangbaren Preußiſchen Silber-

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