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MoosShbette, wird von recht trock- nem feinen Mooſe von armen Leuten, Statt der Federbetten, gemacht, Auch Vor- nehmere gebrauchen ein ſolches, Statt „des Strohſac>es, welches beſſere Dienſte thuf, als das dazu gemeiniglich gebrauch- te Stroh oder Heu, Der Moos muß aber zuvor an der Sonne getrocknet und gelin» de ausgeflopfet werden, um Sand und Erde davon zu trennen. Mittelſt eines ſolchen Moosſacks, der ein weicheres Loger als Hzu und Stroh verſchafft, kann ein Unterbette von Federn weniger Statt ſinden,
Moosgmaäatter, iſt eine Mauer, wel- <e ohne Kalf zuſammengeſeßt, und an deſſen Statt Moos genommen wird, Es wird jekt Mode bey uns, in Luſtwäldern oder Eremitagen im bäueriſchen Geſchma- &e, mit Koyr oder Schilf bedeckte Häuſer von einem Stockwerke anzulegen, deren Dach auf Nioo8mauern liegt. Man ge- nießt darinn, wenn heiße Sommertage find, einer angenehmen Kühle, ſo wie man bey rauher, unfreundlicher Wirterung in ſolchen Häuſern weniger Kälte, als drau- ßen, gewahr wird. Man bediener fich aber hiebey gern der langen, kriechenden, zarten Arten von Mooſe, ſonderlich der- jenigen, die ſich in den Moospfühlen und kandſeen aufhalten, und als ein Pelz ab- gezogen werden können, weil ſelbige am feinſten und lo>erſten ſind, als welche auch vorzüglich zur Anlage der Waldhücten in der Erde, auch zu Bedeckung der Erd- und Raſendächer an der Weſtnordſeite, zu ges brauchen ſind,
. Unter den Morcheln oder Murcheln verſteht man oft überhaupt alle zum Eſſen raugliche Erd- ſc<wämme; eigentlich aber ſoll man nur
Morchelich
diejenigen Schwämme mit vieſem Namen belegen, weiche auf der Oberfläche des Huts einen neßförmigen Ueberzug zeigen, und auf der untern Fläche glatt und eben ſind. Der Hauptunterſchied dieſer Schwänime beſteht derinn, daß ſie ent» weder anfangs mit einer befondern Schale umgeben ſind, aus dieſer, als aus einem Cye, hervorbrechen, und noch an dem Stiele davon ein Ueberbleibſel zeigen; man könnte dergleichen Schwämme Jeſchleyer- ce, die aber ohne dergleichen Schale mit einem näcenden Stiele hervor kommen, ungeſchleyerre oder nackende Morchel- ſchwämme nennen,
- 1) Geſchleyerter Morchel- ſchwamm mit verſchloſſenem Hute, Gichtſchwamm, Srertmorchel, Stirſchbrunſt über der Erde, Phal. lus volva exceptus, capituli apice claufo Gled. Man finder dergleichen im Auguſt und Sept, nach häuſigem Regen in den Wäldern, fonderlich der Nadeihölzer, Das Hütchen hat keinen durchbohrten Nabel, und die Schale oder der Schleyer iſt runz- licht oder falticht 3 im übrigen aber der fol- genden Art ganz ähnlich. Es gehöret die- fer zu den giftigen oder wenigſtens verdäche tigen Schwämmen; doch pflegen die Jä- ger ſolchen, entweder noc ganz jung und in vem Cye eingeſchloſſen, oder auch aus- gewachſen zu ſammeln, zu trocknen, und zu abergläubiſchem Gebrauche anzuwenden. Vornehmlich ſollen die Thiere beyderley Geſchlechts durch deſſen Genuß zur Begat»- tung gereizt werden, zumal wenn man den Schwamm alsdann einſammelt, wenn ſolcher ganz ausgewachſen iſt, und zu ſiin- fen anfängt.
2) Geſchleyerter Worchel- ſchwamm mir offenem„ute, Phal- lus volva EXCEPtUS, Capituli apice patulo,
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