Teil eines Werkes 
4 (1799) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 4
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen

Moos

Revier durch einen alt gewordenen abſter- benden Moos allzuhod) und vollig über- ny zu0( wachten iſt, damit die darunter flac) aus-

- freibonden Thauwntzeln durch die ſio>kende

Feuchtigkeit nicht.abfaulen und ganz Streen mit jungem"Holze abſterben und verdorren möchten: Soll aber das Abräumen des Mooſes irgendswo geſche- hen, damit vas junge Ho!z und die mehr entblößten Wurzeln nicht durch Hiß- oder Froſt beſchudiget werden: ſo darf auch der Moos nicht ganz und gar auf. einmal ab- geharfet werden, Und da ſelbiger in-ar- men Gegenden zum'Cinſtreuen- in"den Erräſlen over auf denz Hofe angewendet wird? ſo iſt varauf zu ſehen, daß der Moos zur Fäulniß gebracht, und nicht rol) vder trocken auy den Acker geführt wer- de; Die furzen Gattungen werden den vidwachſenden und Friecpenden allemal in Anſehung dieſes Gebrauches nachzuſeßen ſeyn. Wenn übrigens aber Wiele dafür halten, daß der Moos ver wilden Holzſaat nicht zuträglich ſey, und daß aller Saame eine friſche und entblößte Erde verlange, indem der Grund dad) rin gemacht und geackert wird: ſo haben ſie nach Belchaf- fenheit des Bedens. eben nicht Unrecht, Tft es aber ein ſeht magerer und leichter Boden: ſo kann die natürliche Saat doc) auch wohl Vorzüge haben, indem die'al- fen weitläuftigen Wälver beweiſen, was die Natur vermag. Hier ſiehet man, daß die abſliegenden Saanien in den Matelksl- zern auf dem Mooſe, ohne weiter unter- gebracht zu werden, eden ſo gut und noch beſſer ausfeimen und gedeihen, ais die'von ver künſtlichen Saat auf einein von ſeiner Moosdecke entledigten Plage,

Mit dem Mooſe auf den Wieſen hat es eine andre Bewandniß. Man bedienet ſich hiebey der Eggen, um den Moos[63

M998bXL

zureißen, und auf Haufen zum Abfahren, oder Verbrennen zur Aſche, und zur Um- herſtreuung derſelben als Dünger, zu brins gen. Man verſchafft hiemit.auf den moo- ſichten, mehr feuchten als tro&nen Wie- ſen, mehrere Fruchtbarkeit,- indem Zuſe und Sonne alsdann beſſer in die Erde.ein« dringen Fönnen. Aufgelegter Mergel, Kalk, Aſche, auch auf mooſichte Wieſen nicht allzudi> aufgefahrner Sand,.dieney zur Vertilgzung des Mooſes und zur Her- vorbringung mehreren und beſſern Gra«

ſes.

Der Moos an den Bäumen wird vos den Gärtnern nicht gern geſehen, Am leichteſten wird ſelbiger nach einem Regen von den Bäumen mit einer Bürſte, einem 2appen oder Stroßwiſche abgerieben. Ei- nige bedienen fich auch einer ſehr dünnen Kalfmäſche, und bepinſeln damit die Bäy- me, daß»der Movs davon vergehen muß, Eonji bedienet man ſich aue) des Baum- mooſes zum Verſtopfen der Fugen zwiſchen zweyen Brettern bey einem Schleuſenbo- den oder anderswo, um dem Durchdrin- gen des Waſſers zu wehren, NER

WMioosbeere, Sumpfbeere, Krä- henveere, Aſfenbeere, Winter- beere, Fennbpeere, Vaceiniun: Oxy- Coccus L., ein nicbriges, immergrünen« des Sträuczlein in Norden, aber auch bey uns hin und wieder in weichen mooſichten Boden und meraſiigen Quellen,* Die röehlicen Beeren werden im Herbſte reif, aber bey uns eben nicht geachtet, weil ſie zu ſauer ſchmerken. In Schweden macht mau ſie mit Zucker ein, oder man verfer- tigt einen Syrup und Gallert daraus, und gebraucht ſie ſodann zur Erquickung, Stil- lung des Durſies und Abwendung der Fäulniß.

B 2 M v08-

1

me Po EE IIIA