Teil eines Werkes 
4 (1799) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 4
Entstehung
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Mondk die ſich von den Wurzeln der Pflanzen

nähren, erſt bey ihrer herannahenden Ver- wandelung zu verjertigen pflegen.

Mondfrant, Leberraute, Eic-

ſenbrech, Crdſicrn, Maytrau-

ben, Treuvin ter, St. Walpur- gisfraut, Krnävenkraut, Osmun- da lunaria L. Es gehöret dieſes Farnu- kraut eigentlich zu dem Geſchiechte, wel- <es Traubenfarn genannt wird. Man findet ſelbiges gemeiniglich nur einzeln auf trocknen Hügeln und Triſften; nach einer naſſen Wiceerung aber im Frühlinge auch öfters häufig. Aus der faſerichten Wur- zel treibt ein einziges geſtielres Blatt, wel- <es faum die Hälfte eines Singers errei- <het. Dieſes ſaftige, weiche, gelbgrüne Blatt iſt, nach Art der gefiederten, in g ==11, auch mehrere, einander gegenüber gefiellte, nieren= oder mondförmige Lap» pen getheilet, Aus dem Blattſtiele, an dem Orte, wo das Blatt ſelbſt anſißt, ent- ſpringt ein anderer, gleichfalls ganz fur-

zer Stiel, welcher an der obern Hälfte.

ſich in kurze Zweige theilet, ſo ganz mit fleinoen Kügelchen bedeckt ſind. Die Blüch- zeit fällt in den May und Junius. Man findes von dieſer Pflanze viel Fabelhaftes aufgezeichnet.

Mondwinde, halbe, iſt bey den Böttchern ein walzenförmiges Stü> Holz, 1 F. lang, 1x Zoll diE, welches durch eine halbe Mondſcheibe von Holz geſteckt iſt, ſo, daß es ſich daran herumdrehen Fann. An beyden Enden des halben Mon- des iſt ein Stri> befeſiiger Mit Hülfe deſſin und des Queerholzes, welches durch die Walze gebet, werden die Stäbe eines Geſäßes, wenn ſolches aufgeſeßt wird, zu-

Vet. Regllexicon 1V,. Theil,

Moorb 9

ſammengedbrehet, daß ſie ſich zuſammen-

geben.

Moor, Moraſt, ein ſumpfichtes, mit Waſſer vermengtes Erdreich, welches entweder, dem Anſehen nach, eine feſte Oberfläche ohne Waſſer, hiebey aber doch ginen ſchwammichten, lockern Grund hat,

oder doch zu mancher Zeit mit Waſſer be- det iſt,

Moorboden, Moorerde, ein Boden, der mehr naß, als trocken iſt, und nach Ableitung der Näſſe in ſehr gu- tes Ackerland verwandelt werden kann. Die Moorerde hat eine theils ſchwarze, theils dunfelbraune Farbe, je nachdem viel oder weniger verfaulte Vegetabilien darunter ſind, Wenn ein Moorboden vom Waſſer durc<) Aushöhung oder hin- längliche Gräben entlediget und zu Ober- land gemacht wird: ſo trägt er Weizen und Gerſte, und in der Mack den beſten 2ein« Haf man Moorwieſen, die ein ſaures Gras hervorbringen: ſo muß man ſelvige durch hinlängliche Gräben entwäſ- ſern. Da aber ſolc<es nicht überall ge« ſchehen kann: ſo iſt fein beſſeres Mittel zur Verbeſſerung der Moorwieſen anzurq- then, als ſelbige mit Sand oder Lehm nach und nach zu überfahren, und damit auszuhöhen. Man findet ſich da von dem großen Nußen des aufzufahrenden San- des überzeugt, wo der Wind aus den an- ſtoßenden Sandfeldern von Zeit zu Zeit Sand auf die Moorwieſen hinführet, und wo man nun an ſolchen Stellen recht fei- nes und ſüßes Gras einärndten kann, Das Auffahren des Sandes oder Lehms geſchießet am beſten im Winter, wenn das Geſpann auf dem Aer nicht gebraucht wird. Juf Schlitten, oder ſogenannten

B Kipp-