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büßen können 3; allein Jtalien ſelbſt iſt vor JolHen Zufällen-nicht ſicher.
Die Vorzüge dieſes'Baums-vor andern beſtehen.in folgenden darüber gemachten Erfahrungen? Die Würmer,.mit den Dläetern deſſelben genähret, liefern-ſeiden- reichere Cocons, als.andere, die-mit.ge- meinen Blättern„gefüttert ſind.;3 denn von jenen geben 304 ein Pfund.Cocons; von vieſen 270-Stüc> ebenſalls nur ein-Pfund, Hierwider könnte aber.noch die verſchiedene Sehywere der Puppen zum.Cinwand.die- nen. Die Abhaſpelung mußte daher ein „entſc)eidenderes Reſultat.geben.-Nach dieſem gaben i0 Pf.-Cocons von Jtalieni- Fchen Blättern Ein.Pf. Seide, und-.im Or- ganſin zu gebrauchen; hingegen hatte.man 4.24 Pf. Cocons-vom wilden Maulbeer- 'blatte-nöthig,-.um Ein Pf. Seide.von-der- feiben Dieke und zum nämlichen Gebrauch Herauszu bringen. Die Güte-beyder Sei- denſorten iſt-vollkommen Hlei gefunden - worden. Hieraus folgt nun: daß-die Sei- venwürmer, denen man das Jtalieniſche „Maulbeerblatt reichet, eine eben ſo ſchöne Seide geben, als diejenigen, die mit dem wilden erzogen4werden.; daß die erſtern heſe» fer geſponnene-und Feidenreichere„Cocons verfertigen 3 unddaß der Italieniſche Maul- beerbaum in aller Abſicht diejenige Gattung tt, die man am allermeiſten begünſtigen follte,
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Es giebt no<M mehrere Vortheile von die- ſem Baume, Sein Blatt läßt fich über- -qus leicht pflücfen, weil der Baum län- gere und geradere Zweige hat, die ſich nicht durchtreuzen, ſo.daß man 10 Säcke Blät- ter von diejer Art hat, ehe.man nur:Einen von dem wilde-Mauibeerbaume abgeleſen haben fann. Dabey iſt.dieſes Blatt-nahr- Hafter.; denn.man Harf den Würmern zur Heit, wenn ſie die meiſte. Nahrung verlan- gen, nur 3=>- 4mal in 24 Stunden ſtreuens Dagegen ihnen 6 mal friſche Blätter von der gemeinen/Gattung gegebenwerden müſ- ſen. Ferner dienet ſein zweytes Blatt zur Stallfütterung,"Man waziet nämlich nur den erſten Froſt und den Herbſtnebel ab; alsdana fälle das Laub von ſelbſt ab, und das bisweilen in einer einzigen Nacht. Man kann dieſen Blätterfall, wenn manu will, durch ein leichtes Schütteln der Bäuy- me befördern; alsdann ſammeln Frauen und Kinder die Blätter;.man läßt ſie her- nach x=-- 2 Tage im Freyen trocknen, bringt ſie-ſodann ein, vermiſche ſie ſogleich mit Weizen.» oder Roggenſtroh, da ſie dann weder faulen noch ſich erhißen, und dem Hornviehe eine gute Nahrung darbieten, Hätte.man endlich tauſend Maulbeerbäus me von 18== 20 Jahren: ſs würde, durch das jährliche Beſchneiden, das nöthige Brennholz für eine anſehnliche Wirthſchafe erlanget werden fönnen,
Ende des dritten Theils.


