Teil eines Werkes 
3 (1797) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 3
Entstehung
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Gift. Oekonomie entweder in dem Körper bleibt, oder ſich Wege macht, wodurch die Theile des thieriſchen Körpers mehr oder weniger verleßet, oder wohl gar zur gänzlichen Zerſtörung gebracht werden. Wir finden ſowohl im Mineral= als Pflanzenreiche viele Körper, weiche, nach jebt angezeig- tem Begriſfe, für Gitt zu halten find, die foſt alle au/ eineriey Are wirken. Der Ort, welcher damic berührer wird, es ſey der Magen, oder auc) oin äußerlich ver- wundeter Theil, wird dadurch entzündet, und gemeiniglich mit dem Brande angeſte- Fet, der ſich in kurzer Zeit zu den benach- barten Theilen verbreitet, und in den Ner- ven und Blutgefößen mancherley Zufälle hervor bringt. In dem Magen und den Gedärmen entſteht Uebelkeit, Brechen und Kneipenz im Gohirne Wahnwitß und Ra- ſerey, zuweilen auch Schläfrigkeit und Ohn- macht; in den Nerven Zuckungen z im Herze Klopfen und unorventlicher Puls; in der Lunge ſchwerer Achem und Erſtiung, Kurz, die ganze thieriſche Haushaltung wird verwirrer und völliz vernichtet. Gif- te haben auch ihre Gegengifte, welche nach Beſchaffenheit der Gifte ſetbſt verſchieden ſind. Giſte aus dem Pflanzenreiche wer- den am beſten durc) Cfſfig und andere ſaure Sachen verändert, und in ihrer heftigen Wirkung gemindert. Alle in den Magen gebrachte Gifte können durch fette, ſch!ei- michte Sachen unwirkſam gemacht, und durch Brechmittel, wenn ſoiche zeitig an- gebracht werden, ehe ſte nou) ſchaden, wie- der ausgeführetr werden. Die durch Wun- ven beygebrachten Gifte ſind die gefährlich« ſten, indem ſie ſic) gar zu geſchwinde mit den Säften des ganzen Körpors vermi- ſchen. Kann man zeitig die Wunven ſelbſt, vder nahe dabey ſchröpfen und baden: ſo wird dadurch die Wirtung auſgehalten, Vet, Regilexicon 111, Cheil,

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Giſibaum, ein Pflanzengeſchlecht, welches vormals als eine beſondere Gate fung, unter dem Namen Toxicodendroa, angeſehen, jeßt aber zu der GattungRhus, als Arten derſelben, geordnet worden. Eie fähren meiſtens einen giftigen Milchſaft, und werden daher in America, woſelbſt ſie in großer Menge angekroſfen werden, Giſt- bäune genannt,

1) Eſchenartiger Gifrbaum, Gift- eſche, Sitnißbanm, SiSbfraut, Rhus Vernix LL. GStramm: ſtarf, holzig, an allen Seiten zwar äſtig, jedoch nichte mit ſehr zahlreichen Zweigen, 8=- 19 Fuß bhoc<; Diätter: gefiedert, aus 3-- 4 Paaren, und einem einzelnen Blättchen, zuſammengeſeßt, welche länglich, geſpißt, glatfrändig und ſchön grün ſind. Jm Herb- ſie nehmen ſie eine rorhe oder purpurrothe Farbe an, und haben kurz vorher, ehe ſie abfalken, ein reizendes Anſehen, indem einige roth, und andere purpurrorh ſind, und noch andere eine Mittelfarbe zwiſchen bey- den haben. Die Blätterſttele ſind unge- theilt und gleichförmig, und ſie ſowohl als die Mitrelribben ſind gleichfalls von unter- ſchiedenen Farben, daher man an einem und eben demſelben Baume eine.mannich- faltige Farbenſchattirung antrifft. Weil der Milchſaft dieſes Baumes zum Lackiren gut ſeyn ſoll, ſo wird er Firnißbaum, und weil ſein Saft giftig iſt, und ſeine Blätter denen der Eſche etwas ähnlich ſind, Öift- eſche genannt. Der Baum hat geſtreckte Zweige, die, ſo wie ſie auf der Erde fort- wachſen, immer Wurzeln treiben, und je- des bewurzeltes Gelenfe giebt eine Pflan- z2. Dieſe nehme man im Herbſie, im IBinter, oder im Frühjahre auf, und pflan- ze ſie, Es verlangt aber diefer Giftbaum, der& unſern Himmelsſtrieh) zu zärtlich iſt,

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