Teil eines Werkes 
3 (1797) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 3
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen

Gezogene

und Eiſe belegt werden, dann kommen ſie in die Ebenen herab, und ziehen in die wärmern Länder. Sie ſcheinen den Froſt mehr, als die meiſten Adler, zu fürchten; daher beſuchen ſie auch die nördlichen Län- “der nur ſparſam, Die Häute von vielen Geyern ſind ſehr dice und ſtark, werden von den Kürſchnern zu rechte gemacht, und wie Pelzwerk verkaufer. Denn nach Ausru- pſung der größern Federn bleiben die untern Flaumfedern ſiken, und geben faſt ein ge- wöhnliches Pelzwerk. 5) Der kleine Geyer, weißer Geyer, Hühnerwei- be, Vultur albicans, iſt der fleinſte unter allen in Europa bekannten Geyern, etwa

ſo groß, wie der Schelladler, der Kopf

und Hals röthlich ohne Federn, übrigens allenthalben weiß, mit kleinen erdfahlen Fieken beſprenget; nur die Schwungfe- dern der Flügel ſind ſchwarz.

Gezogene Büchſen und Flinten, Feuerbüchſen, deren kauf eine Rinne nach einer Schneckentinie in ſeiner Seele enthält, wodurch ein ſolches Rohr zum Schießen geſchicfter wird, und weiter trägt, als die gewöhnlichen. Die Seele eines gezoge- nen Rohrs iſt kugelgleich, d. i. durchgän- gig von gleicher Weite, Das Pulver fin- der dariun einen größern Widerſtand, da man die Kugel, in einem barchenden Pfla- ſter gewickelt, in den Lauf hinein ſtößt. Das Futter preßt ſich in die Züge ein, und vermehrt hiedurch den Widerſtand, wes- halb dann eine ſtärkere Wirkung erfolgen muß. Gichtrübe, Zaunrübe, BryoniaL. Dieſe Gattung begreift frautartige klettern» de Pflanzen unter ſich, von denen nur zwo hice« eine Stelle finden:

1) Gemeine rauhe Gichtrübe, weiße Sannrübe,; Stickwurz, HKunds-

Gichtr Zt

kurbiß, weiße Weinrebe, Teyufels- tirſche, Scheißwurzel, Schineer- wurzel, weißer Wiederthon, Bryo- nia alba L. Vaterland: Europa, ſehr häufig an Dörfern und Zäunen; Wurzel: außerordentlich di> und groß, fleiſchig, weiß, treibt. jährlich neue ſtarke Stengel und Zweige, die lang ſind, und an Zäu- nen, Büſchen, u.ſ. f. binauf klettern; Blätter: groß, handſörmig, auf beyden Seiten callös-rauhz Blumen: in zahl- reichen fleinen Trauben, weiß, im May und Junius; Beeren: vortrefflich giän« zendroth, Man ziehet dieſe Pflanze aus ihren Beeren, welche im Frühjahre ſv- gleich an Ort und Stelle in einen leichten, tronen Boden gelegt werden müſſen, ver- dünnet die Pflanzen nachher nur gehörig, und hält fie ſo lange vom Unfraute rein, bis ſie über demſelben hervor gewachſen ſind. Man kann von dieſer Pflanze, ſv gemein ſie auch unter uns iſt, eine oder zwo in großen Gärten, ihres ſonderbaren Anſehens wegen, zur Vermehrung der Mannichfaltigkeit, zwiſchen Büſchen oder. Sträuchern aufnehmen. Mehr aber wird ſie wegen ihrer arzneyiſchen Kräfte anzue bauen ſeyn: die Aerzte haben die Wurzel zum Gebrauche erwähletz ſie iſt feiſchicht und ſaftig, nach der Austrocknung aber ſchwammicht, und mit Ringen und Strah» len bezeichnet; ſie hat einen ſcharfen, bit» terlichen, unangenozhmen Geſchmack- und ſtinkenden Geruch 3 ſie beſikt eine reizende und auflöſende Kraft; vornehmlich löſet ſie die dien, zähen, ſchleimichten Säfte auf, und führet ſolche von unten und oben aus 5- die getrocknete Wurzel würket. ſ<wächer, und beförvert nur den Stuhlgang; iſt aber auch aisdann ein heſtiges Mittel, und wird doher nur in großen und hartnäckigen Krankheiten, als in der Waſſerſücht, dem“

Wahn»