Teil eines Werkes 
3 (1797) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 3
Entstehung
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6 Geſchirr

Geſchirr, alles Geräthe, das zur Fiſcherey over zum Aerbau gehöret. In beyden Fällen ſagt man auch wohl Schiff und Geſchirr, und in Anſehung der kand- wirchſchaft wird dieſer Ausdruck ſelbſt in gerichrliczen Schriften gebraucht. Bey den Zugpferden iſt es das Lederwerk, ver» mittelſt deſſen ſie ziehen, das Pferdete-

ch4irr. Im beſonderſten Verſtande heißt Schiff und Geſchirr bey den Fuhr- und Landleuten der Wagen, und das dazu ge- hörige Geräch, hauptſächlich zum Behuf der Pferde.

Geſchirrbürſte, eine Bürſte, die Pferde» und Wagengeſchirre damit zu rei- nigen,-

Geſchirrholz, Schirrholz, Nuß- vder Gerathholz, iſt im Gegenſaße des Brennholzes dasjenige Holz, welches zur Anfertigung und Unterhaltung allerley Acker- und Hofgeräthes gebraucht wird, Hievon muß immer Vorrath gehalten, und der Abgang jährlich mit neuem erſeßet werden. Es wird zur Winterszeit gefäl- let, und wenn ſolches in Brüchern oder ka- <en befindlich iſt, zur Froſtzeit, und wenn Schnee iſt, auf Schlitten abgefahren. Auch läßt man es wenn es noch grün iſt, abpußen, d. i, aus dem Gröbſten ausar- beiten, und ſodann trocken werden, da es denn zu ſeiner Zeit vollends fertig gemacht wird. Einige Landwirche pflegen auch die fleinern ausgepußten Stücken, z. CE, Fle- gelfeulen, Leiterſproſſen u, ſ,f. in die Rauch- kammern zu bringen, wo das Holz vom Rauche vollends abgehärtet, und zugleich wider den Wurmſraß im Alter geſichert wird.

Geſchirrfkammer, Schirrfam- mer, eine Kammer bey der Landwirth»

Geſchlecht

ſchaft zur Aufvewohrung des A>fer- und

Hofgeräthes, beſonders aber des Schirr- holzes und der Werkzeuge zur Bearbeitung deſſelben, ſo wie eben dieſe Schirrkommer gemeiniglich auch die Werkſtäte iſt. in wel- <her gearbeitet wird. Jn einigen Gegen- den nennt man dieſe Kammer auch Hau- kammer, und derjenige, welcher die Haupte arbeit darinn verrichtet, wird gemeiniglich Schirrmeiſter, in der Mark aber mei- ſtens Meyer, genannt. Hauptſächlic) muß der Schirrmeiſter Pflüge zu machen verſtehen; ingleichen auch alles Wagen- zeug, die Räder ausgenommen, als wel- <e der Stell- oder Rademacher anferti- get, wie wohl der Schirrmeiſter die Pflug- und Schubfarrenräder auch ſelbſt anferti- gen muß, ſo wie in einigen Gegenden der Mark die Meyer auch die Wagenräder machen, als welches leßtere ſogar von vie- len Bauern geſchiehet, die ihre neu gefer- tigten Wogenräder, hölzernes Senſen- zeug und Harken, zu Markte bringen, und damit erlaubte Handlung treiben. Siehe UNfeyer.||

Geſchlagene Arbeit, iſt bey den Silberarbeitern jede Arbeit, die, was das Ganze betrifft, blos durc) Hammer und Ambos verfertiget wird, z. B. Schüſſeln und Teller.

Geſchlampe, iſt bey den Jägern die Suppe, welche den Jagdhunden aus Waſſer und Brodt bereitet, und auch die Schlampe genannt wird.

Geſchlecht, überhaupt die Aehno- lichkeit der verſchiedenen Gattungen und Arten der Dinge. Art, Gatrung und Geſchlecht werden oft mit einander ver- wechſelt. Doch wird das leßtere am be» ſtändigſten in der Kräuterlehre von der

Aehn-